Ein weiterer Hersteller ruft Klettersteigsets zurück

In den aktuellen Nachrichten der Zeitungen wird eine Mitteilung der Deutschen Presseagentur zitiert:

Wien - Als Konsequenz aus einem tödlichen Bergunfall ruft nun ein zweiter Hersteller seine Klettersteigsets zurück. Die Firma Austrialpin rät dringend ab, die Sets Colt und Hydra weiter zu benutzen und bittet, sie zurückzuschicken, teilte der Tiroler Hersteller am Mittwoch mit.

Im Zuge von Langzeit-Belastungstests sei festgestellt worden, dass die elastischen Karabinerarme bei starkem Gebrauch vereinzelt die Normanforderungen nicht mehr erfüllten. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Allgäuer Bergausrüster Edelrid mehrere Klettersteigsets zurückgerufen, die aus dem selben Grundmaterial wie nun die von Austrialpin sind.


Hintergrund für beide Rückrufe ist ein Bergunfall Anfang August: Damals war ein Jugendlicher aus Nordrhein-Westfalen in Österreich hundert Meter abgestürzt, nachdem sein Klettersteigset gerissen war. Der 17-Jährige aus Remscheid hatte zusammen mit einem 32-Jährigen eine Tour auf dem gesicherten, aber schwierigen Klettersteig Direttissima im Gebiet von Walchsee (Tirol) unternommen.

Bei den Sicherheitsbedenken gehe es um das Material für die Stretcharme der Sets, sagte Austrialpin-Sprecherin Dorist Günther der Nachrichtenagentur dpa. Austrialpin habe sie vom selben Zulieferer wie Edelrid bezogen und eigene Sets daraus hergestellt. Den Namen des Zulieferers nannte sie nicht. Die Sprecherin wollte jedoch nicht ausschließen, dass auch weitere Bergausrüster bei dieser Firma bestellt haben und weitere Rückrufaktionen folgen könnten.

Nach Angaben von Austrialpin gelangten rund tausend der kritischen Sets in den Handel, ein Großteil davon in Deutschland: "Das ist für uns ein sehr wichtiger Markt." Sie würden über Fachgeschäfte und große Outdoor-Ketten verkauft. (dpa)

Details zum Rückruf bei AUSTRIALPIN

Details zum Rückruf bei EDELRID