Tagesexkursion in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb vom 13.06.2015

 

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 Fotos Claudia Huesmann

Was ist ein Biosphärenreservat /-gebiet?

Großräumige Kulturlandschaften mit reicher Naturausstattung können nach deutschem Recht zu "Biosphärenreservaten" erklärt werden. Biosphärenreservate sind Modellregionen mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität, in denen aufgezeigt wird, wie sich Aktivitäten im Bereich der Wirtschaft, der Siedlungstätigkeit und des Tourismus zusammen mit den Belangen von Natur und Umwelt gemeinsam innovativ fortentwickeln können. Die zusätzliche Anerkennung von Biosphärenreservaten durch die UNESCO als internationales Qualitätslabel erfolgt auf Antrag nach Erfüllung verbindlicher Kriterien. In Deutschland gibt es aktuell 15 Biosphärenreservate. Das Gebiet Schwäbische Alb ist das erste dieser Schutzkategorie in Baden-Württemberg.

Hinter dem Konzept der Biosphärenreservate steht als Kernstück die räumliche Gliederung der Gebietskulisse in drei Zonen: Kernzone, Pflegezone, Entwicklungszone. Dabei erhält jeder Bereich eine unterschiedliche Bedeutung für Mensch und Natur.

Hinter der Bezeichnung Biosphärengebiet und Biosphärenreservat steckt die gleiche Idee: nachhaltige Regionalentwicklung im Einklang von Mensch und Natur. Der Begriff Biosphärenreservat steht international und auf Bundesebene für das modellhafte Miteinander von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Das Land und die Bewohner Baden-Württembergs haben sich gegen den Ausdruck "Reservat" entschieden, wird er hier doch zu sehr mit Isolation und Ausgrenzung assoziiert.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Das ca. 85.000 ha große Biosphärengebiet Schwäbische Alb liegt rund 50 km südöstlich von Stuttgart. Beteiligt sind 29 Städte und Gemeinden aus zwei Regierungsbezirken und drei Landkreisen.

mnsingen im herbst Eine einmalige Kulturlandschaft wird dadurch geschützt und für künftige Generationen bewahrt. Unterschiedliche geologische Gegebenheiten, variierende klimatische Bedingungen sowie eine weit zurückreichende Form traditioneller Landnutzung sind Gründe für diese Vielfalt. Die charakteristischen Hangbuchenwäldern entlang des Albtraufs sowie die Schlucht- und Blockwälder erhalten im internationalen Vergleich einen besonderen Stellenwert.

Es wurde im Januar 2008 als Biosphärengebiet des Landes Baden-Württemberg eingerichtet. Seit Mai 2009 ist das Gebiet auch als Biosphärenreservat der UNESCO anerkannt

 

 

 

Der Truppenübungsplatz

Das „Herz“ des Biosphärengebietes bildet der ehemalige Truppenübungsplatz bei Münsingen. Das 6.700 ha große Areal wurde durch 110 Jahre militärische Nutzung und Schafbeweidung geprägt. 1895 wurde der Truppenübungsplatz Münsingen des XIII. Kgl. Württembergischenschafe auf weide Armeekorps eingerichtet. Der Fall des Eisernen Vorhangs bedingte 1992 den Abzug der französischen Soldaten, die Strukturreform der Bundeswehr 2005 schließlich das Ende der militärischen Nutzung.

Der Platz ist heute abwechslungsreich und vielfältig und bietet neben naturkundlichen Besonderheiten eine Vielzahl von historischen Sehenswürdigkeiten. Das ehemalige Dorf Gruorn mit der St. Stephanskirche und die Friedhöfe des Kriegsgefangenenlagers Gänsewag sowie das ehemalige Hofgut Ludwigshöhe führen zurück in vergangene Zeiten. Es gibt verschiedene Beobachtungstürme, die einen fantastischen Ausblick auf das weite Gelände bieten.

Der Truppenübungsplatz wird mit Schafen beweidet. Schon seit dem 15. Jahrhundert hat die Wanderschäferei die Kulturlandschaft geprägt. Noch heute finden sich in den Sommermonaten bis zu 30.000 Schafe auf dem Truppenübungsplatz ein.

Das Biosphärenzentrum

Im Herzen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb liegt das Hauptinformationszentrum im so genannten Alten Lager am Randes des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen. Hier kann sich der Besucher auf einer Ausstellungsfläche von über 450 m² rund um das Biosphärengebiet informieren. Die Ausstellung ist interaktiv angelegt und es gibt eine Menge zu entdecken. Es werden verschiedene, für das Großschutzgebiet relevante Themen präsentiert. Dazu zählen Landschaftselemente, der Wald in allen seinen Facetten, erneuerbare Energien, die Menschen der Region sowie der GeoPark Schwäbische Alb.

Wir werden das Biophärenzentrum und die Ausstellung morgens vor der Vesperpause besuchen.

Die Wanderung

Der Truppenübungsplatz ist selbständig nur auf befestigten Wegen zu begehen. Mit speziell ausgebildeten Landschaftsführern, den „TrÜP-Guides“, besteht die Möglichkeit, auch auf unbefestigten Wanderwegen den Truppenübungsplatz zu begehen und zu erleben.

Auf unserer vierstündigen Wanderung werden wir Militär- und Siedlungsgeschichte und Landschaft mit einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt erleben. Im Juni werden wir einige Orchideen in Blüte sehen. Der Weg führt uns durch Streuobstwiesen, Hang- und Schluchtwälder, Wacholderheiden, Magerrasen, Wiesen und Weiden. Wir starten um 14 Uhr zu der Wanderung.

Text: Claudia Huesmann, Fotos: Touristinformation Münsingen

http://biosphaerengebiet-alb.de/