Mountainbiken im Wald in Baden-Württemberg - die „Zwei-Meter-Regel"

Wie ist die Zwei-Meter-Regel entstanden?

Die Zwei-Meter-Regel hat einen fachlichen Bezug zur Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung, die vorsieht, dass gemeinsame Fuß- und Radwege außerorts mindestens 2,0 Meter breit sein müssen. Die baden-württembergische Regelung ist außerdem aus der Überlegung heraus entstanden, im Landeswaldgesetz eine konkrete Beschreibung der geeigneten Wege zu formulieren, die für alle Bürgerinnen und Bürger Klarheit und Rechtssicherheit schafft.

 

Welche Interessenslagen gibt es im Wald?

Aus Sicht des Naturschutzes und der Jagd braucht es Ruhe- und Schutzzonen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt, in denen diese nicht gestört wird. Dies gilt aus Sicht des Naturschutzes insbesondere für geschützte und gefährdete Arten. Wanderer und Spaziergänger haben ein Recht auf das freie Betreten und Interesse an einer ungestörten Erholung. Ihre Sicherheit sollte nicht durch andere Erholungssuchende im Wald gefährdet werden – eine gemeinsame Streckennutzung im Wald setzt voraus, dass genügend Reaktionszeit bleibt und ausreichend Raum zum Ausweichen zur Verfügung steht.

 

Was passiert, wenn ein Mountainbiker auf einem zu schmalen Weg angetroffen wird?

Das Fahren auf nicht zugelassenen Wegen ist eine Ordnungswidrigkeit nach Landeswaldgesetz. Meistens wird eine solche Ordnungswidrigkeit lediglich durch eine mündliche Verwarnung geahndet. Im Einzelfall kann jedoch auch ein Bußgeld von 25 bis 40 Euro verhängt werden.

 

Sind Ausnahmen von der Zwei-Meter-Regel möglich?

Nach Paragraf 37 Absatz 3 Landeswaldgesetz kann auch bei Wegen unter zwei Meter Breite das Fahrradfahren erlaubt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sich alle Beteiligten vor Ort auf eine gemeinsame Lösung verständigen und die örtliche Forstbehörde diese genehmigt.

Speziell ausgeschilderte Singletrails können auch von Radfahrern genutzt werden. Da sie prinzipiell von Radfahrern in beiden Richtungen genutzt werden können und auch Wanderer sich auf solchen schmalen Wegen bewegen können, ist trotzdem eine vorausschauende Fahrweise notwendig. Im Gegensatz zu sogenannten Downhill-Strecken, die nur für Mountainbiker gedacht sind, haben Singletrails keine baulichen Einrichtungen wie Steilkurven, Sprungschanzen oder Sicherungseinrichtungen.

Das Ministerium für ländlichem Raum Baden-Württemberg (MLR) arbeitet derzeit an einem Mountainbike-Handbuch.

Quelle: www.mvi.baden-wuerttemberg.de, abgerufen am 06.01.2016

zusammengestellt von Claudia Huesmann