Wanderung mit Vogelbeobachtung im Eriskircher Ried am Sonntag , 20. März 2016

Beim Start um 12.30 Uhr ist der Himmel noch grau vom Hochnebel und die kurze Fahrt im warmen PKW bis zum Bahnhof Eriskirch (Naturschutzzentrum) empfinden wir noch als angenehm. Von dort geht es zu Fuß an das Altwasser – einem abgeschnittenen Arm (Mäander) der Schussen, wo uns ein Schwanenpaar begrüßt, aber der erhoffte Eisvogel lässt sich leider auch weiter in Richtung der Brücke nicht blicken. Er soll seine Bruthöhle am gegenüberliegenden niedrigen Steilufer haben. Aber dafür überraschen uns einige gefällte junge Bäume, die schön kegelförmig spitz abgenagt sind: vom Biber, ganz frisch! Eine Burg ist nicht zu sehen.

 

Als wir über die Schussen-Brücke sind, hören wir das Krächzen von Graureihern oben aus den Baumkronen. Eine Krähe greift offenbar einen Horst in der Reiherkolonie an und wird vertrieben – es ist Brutzeit. Inzwischen lacht die Sonne, aber es bleibt recht frisch. Am schönen Hotel Schwedi gehen wir direkt an die Mündung der Schussen. Ein merkwürdiger Eindruck: eine breite Fläche aus niedrigen Strandwällen aus kleinen Treibholzstückchen aller Größen. Es läuft sich federnd weich! Von hier aus haben wir freien Blick auf den riesigen Flachwasserbereich, in dem viele Treibholzstämme aus dem Wasser ragen und auch trockene Stellen, wo sich verschiedene Wasservögel tummeln und Watvögel (Brachvogel; Strandläufer) auf Nahrungssuche entlangstolzieren.

Das Naturschutzgebiet ist auch für die Haubentaucher ein wichtiger Brut- und Mauserplatz. Vogelkundlich hilft uns das Ehepaar Mülleraus Günter Wolfs Freundeskreis auf die richtige Spur. Ein Stück weiter erstaunen uns drei große Findlinge (2 helle Gneise und ein massiver dunkler Block), die irgendjemand hat aufrichten lassen – ohne eine Erläuterung zu geben, wofür oder an wen oder was sie erinnern sollen. Auf dem Rückweg zum Naturschutzzentrum schauen wir noch ins Strandbad. Hier herrscht schon reger Betrieb, orientalische Familien mit vielen Kindern sind schon beim Grillen – noch nicht beim Baden! Unser nächstes Ziel ist das Naturschutzzentrum mit seiner sehr abwechslungsreichen Ausstellung und danach noch die Rotachmündung, wo wir mehr hiesige Wasservögel aus der Nähe beobachten können.

Zum Abschlussessen kehren wir ein ins Fischerstüble. Bei dem kühlen Wetter wird man zwar nicht durstig, aber hungrig und dort verabschieden wir uns mit herzlichem Dank an Günter Wolf, der die schöne Tour zusammengestellt und umsichtig geführt hat.

Eberhard Dahms