Bericht über die Rundtour um den Widderstein am 11.7.2015

Der  Widderstein (2533m) bildet für alle, die den Bregenzer Wald schätzen und lieben, einen Blickfang der besonderen Art. Dieser gewaltige Felsklotz stellt den Übergang von den Allgäuer Alpen zum Lechquellengebirge dar und ist weithin als Orientierungspunkt sichtbar. Er besteht aus Hauptdolomit, der hier bei der Alpenentstehung eine starke Faltung erfuhr und daher zur Schuttbildung neigt. Achtung: Steinschlaggefahr!

Für die sechs Teilnehmer, die der Einladung der frisch ausgebildeten Tourenleiter Anette und Jürgen Koyro folgten, bildete die Umrundung des Widdersteins keinerlei Gefahr. Mit acht Personen fuhren wir in zwei Autos am Samstag,11. Juli, über Oberstdorf ins Kleine Walsertal bis nach Baad (1240m). Von dort begann unser Aufstieg durch das romantische Bärgunttal westlich des Widdersteins zum schmucken Hochalpsee (2040m). Das kalte Wasser des rauschenden Bärguntbaches und die Wolkendecke lieferten die nötige Kühle und die vielseitige Blumenpracht die Augenweide. Südlich des Widdersteins querten wir auf 2000m Höhe seine südliche Seite mit Blick auf den Hochtannbergpass (1670m) und erreichten das tief eingeschnittene Tal des  Gemstelbaches. Ein abwechslungsreicher, aber steiler Abstieg östlich vom Widderstein führte uns jetzt bei Sonnenschein wieder ins Kleine Walsertal, wo wir nach kurzer Wanderung der Breitach aufwärts unseren Ausgangspunkt Baad erreichten. (Gehzeit mit Erholungs-, Trink- und Essenspausen rund acht Stunden, Höhendifferenz etwa 800 Meter).

Die große Überraschung des Tages erfolgte bei der Mittagsrast am Hochalpsee (2040m). Aus den großen Rucksäcken der Koyros kam folgendes zum Vorschein: Eine Tischdecke, Tomaten, Gurken, Paprika, Salami, Rotweinkäse, Dinkelbrot, Kirschen, Äpfel, Aprikosen, Trockenfrüchte, usw. Auch wir legten unsere bescheidenen Speisen dazu. Bald entstand nach Farben geordnet eine große runde Blüte im frischen Gras. Dann setzten oder legten wir uns um diesen reich gedeckten „Tisch“ und genossen das köstliche Mahl. Eine wunderbare Stimmung kam auf, die uns freundschaftlich enger zusammenführte, eine Art Meditation in der Hektik unserer heutigen Welt.

Anette und Jürgen Koyro möchte ich im Namen aller Teilnehmer unseren herzlichen Dank aussprechen für die tollen Ideen und die gewissenhafte Durchführung der Tour.

Reinhard Sendele