Tourenabschluss 18./19.10.2014 in Malbun

Wenn uns schon der Sommer bei unseren diesjährigen Bergtouren oftmals im Stich gelassen hat, so hat uns doch der Goldene Oktober für alles reichlich entschädigt.

So konnten 8 unternehmungslustige Bergwanderer der OG Immenstaad die Bergsaison unter traumhaften Bedingungen in Malbun-Liechtenstein abschließen.

Für den Samstag hatte unser Tourenleiter Wolfgang ein für alle Teilnehmer noch unbekanntes Terrain und Gipfelziel ausgewählt – den 2222m hohen Rappenkopf.

Nach Ankunft im Selbstversorgerhaus „Jugendheim Vaduz“ und der ordnungsgemäßen Versorgung unserer Essensrationen für das Wochenende starteten wir am Gasthof Sücka. Der steile Anstieg und die sommerlichen Temperaturen sorgten sofort für optimales „Betriebsklima“, die hohen Bäume längs des kurzweiligen Wurzelweges spendeten Schatten. Unterwegs gaben unbewaldete Abschnitte immer wieder eine grandiose und klare Fernsicht zum Alpstein und Bodensee frei. Vor dem Rappensteinjoch und dem folgenden Gipfelsturm gönnten wir uns noch eine Rast in der Sonne, das Ziel hatten wir nun klar vor Augen, aber die optische Nähe des Gipfels täuschte: in ständigem Bergauf und Bergab mussten wir uns das Gipfelglück hart erarbeiten. Beim Gipfelanstieg kamen auch die Vorderfüße zum Einsatz und dankbar griffen wir nach Seilsicherungen, die uns über gut gestufte, aber sehr steile, teils schmierige Abschnitte hinweg halfen. Auf dem Gipfel war unser Glück grenzenlos und wir waren einfach überwältigt von der einzigartig klaren Fernsicht auf viele uns bekannte, bereits bestiegene Berge - Ringelspitz, Piz Sardona und Piz Segnas, Glarus, Tödi, Glärnisch... - aber auch auf faszinierende Unbekannte, die neue Sehnsüchte weckten. Es brauchte schon etwas Überzeugungskraft und letztendlich eine klare Ansage von Wolfgang, um uns wieder zum Verlassen dieses Platzes und zum Abstieg zu motivieren.

Der Rückweg war sanfter und ebenso kurzweilig. Er führte uns an der Alpe Gapfahl vorbei, wo wir beim Betätigen des Selbstauslösers für nette Gruppenfotos einen Riesenspaß hatten. Eine leere Viehtränke musste für ein Foto als Boot herhalten, in das wir alle leicht hinein, aber wegen z.T. fortgeschrittenen Alters nicht mehr so leicht heraus kamen. Aber wer 1150Hm und 14 km Wegstrecke bewältigt, schafft auch den Ausstieg aus der Viehtränke!

Gut gelaunt und voller unbeschreiblich schöner Eindrücke erreichten wir unsere Hütte, wo wir uns wie die siebenköpfigen Raupen über selbst gebackenen Kuchen und Kaffee her machten, wohl wissend, dass noch ein köstliches Raclette auf uns wartet. Der reichlich gedeckte Tisch zum Nachtessen war ein begehrtes Fotoobjekt, sehr wundersam, was nach dem Kuchen noch in den Kehlen der Wanderer verschwand. Bei Rotwein oder Bier und ausgelassener Stimmung verbrachten wir noch gemütliche Stunden bei Tisch, den Abschluss bildete ein reichhaltiger Obstsalat, der wegen seines einzigartig feinen Geschmackes (unter Zugabe von 2 gehäuften!!! Esslöffeln Williams) zum weltbesten Obstsalat gekürt wurde. Die Nacht war still und sternenklar, nur in den Bäuchen rumorte der Käse.

Der wolkenlose Himmel des neuen Tages trieb uns (nach schon wieder sehr reichhaltigem Frühstück) bald hinaus – heute über den aussichtsreichen Fürstin-Galina-Weg auf den Augstenberg-2359 m. Die Eindrücke des Vortages waren nicht zu toppen, aber wir genossen erneut den strahlend schönen Tag, die Freuden des Gipfelsturmes, eine ausgiebige Gipfelrast und wieder eine wunderschöne Fernsicht. Zurück in der Hütte blieb kein Stückchen Kuchen mehr auf dem Teller, die Reste der Vorräte (es waren sehr wenige!) wurden verteilt, die Autos gepackt, die Hütte geputzt – wir waren ein eingespieltes Team, jeder packte mit an und im Nu waren alle Arbeiten erledigt. Auf der Heimfahrt waren wir auf den Straßen nicht allein – wen wundert‘s, aber Zeit für einen sehr gemütlichen Tagesausklang im Adler in Immenstaad blieb allemal. Wir tauschten Eindrücke aus, wärmten Anekdoten auf und sparten nicht mit Lob und Anerkennung an unseren Tourenführer Wolfgang für ein perfekt geplantes und gelungenes Wochenende in den Bergen. Wir waren uns einig: so schön war’s noch nie!

Anette Koyro