Radtour ins Elsass

Am 6. Oktober 2014 brachen 5 Radlerfreunde, davon 3 mit Pedelec, zu einer 4-tägigen Radtour durch das Elsass auf. Ausgangspunkt war Breisach.

Zu unserer Überraschung begrüßte uns in Breisach unser Radlerfreund Gerhard (aus dem nahen Bleibach) mit einem kräftigen Vesper. Er hatte vor, uns an einem der nächsten Tage zu begleiten. Er bot spontan an, Eberhard eines seiner Pedelecs zur Verfügung zu stellen, falls mit seinem zu mietenden etwas schief läuft.

Nachdem nun Eberhard sein Miet-Pedelec übernommen hatte, begann die Tour zur Mittagszeit. Wir haben uns gleich über Eberhards wackliges Miet-Pedelec gewundert; nach dem ersten Kilometer war klar – mit diesem Fahrrad kann die Tour nicht absolviert werden.

So kam Eberhard doch noch auf Gebhards Angebot zurück. Mit seinem Auto holte er dann das Pedelec in Bleibach ab und stieß dann in Enzisheim (Partnerstadt von Markdorf) wieder zu uns.

Von Breisach ging es bei gutem Wetter durch die Rheinebene, zuerst südlich, dann westlich über Enzisheim nach Guebwiller, unserem ersten Etappenziel. Charakteristisch waren die vielen Maisäcker. Schotterstraßen wechselten mit Teerstraßen. Guebwiller gehört schon zur elsässischen Weinstraße. Im „Hotel du Lac“ genossen wir das frische Bier, aber auch ein sehr gutes französisches Abendessen, mit Rotwein aber auch Käse zum Abschluss. Wir waren gespannt wie sich das Wetter entwickeln würde. Am Montagabend begann es dann zu regnen. So starteten wir am Dienstag erst gegen 10:30. Es hatte sich ausgeregnet, auf unserer 2. Etappe von Guebwiller nach Colmar begleitete uns nur noch gelegentliches Nieseln. Wir fuhren entlang der Weinstraße, am Fuße der Vogesen, durch viele Weindörfer bevor wir dann am späten Nachmittag nach Colmar einbogen. Nachdem wir alle wieder frisch waren, haben wir die schöne Altstadt von Colmar auf uns wirken lassen. Bei Bier, typisches elsässisches Essen (Wädele mit Sauerkraut) und natürlich auch französischem Rotwein haben wir neue Kraft getankt für die dritte Etappe.

Der Mittwochmorgen begrüßte uns erneut mit Regen, doch rechtzeitig zu unserer Abfahrt gegen 10:00 besann sich der Wettergott. Nach wenigen Kilometern konnten wir unsere vorsorglich angelegte Regenkleidung ablegen. Unser heutiges Ziel war Obernai. Von Colmar ging es wieder entlang der Elsässischen Weinstraße. Bald erreichten wir Riquewhir, das berühmte Weindorf. Hier genossen wir den Original Elsässer Flammkuchen und Elsässer Riesling. Dann ging es weiter, durch viele bekannte Weinorte, nach Obernai.

Entlang der Tour wurden wir häufig an die schwierigen Zeiten der deutsch/französischen Geschichte erinnert. So besichtigten wir den französischen Soldatenfriedhof, der nordwestlich von Colmar in der Nähe von Sigolsheim auf einer Anhöhe liegt. Hier fanden französische Soldaten, zusammen mit ihren Alliierten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, ihre letzte Ruhestätte. Dank der deutsch/französischen Aussöhnung und „Europa“ können wir nun seit fast 70 Jahren Frieden erleben. Hoffen wir, dass dieses friedliche Europa Vorbild für die vielen Krisengebiete wird.

In Obernai übernachteten wir im Hotel „Zur Glocke“, einem Anwesen aus dem 15. Jahrhundert. Nach einem Rundgang durch die Altstadt und einem weiteren gemütlichen Abend wurden wir am Donnerstag früh geweckt: Obernai begann seinen Jahrmarkt. Gegen 9 Uhr begannen wir unsere letzte Etappe. Gutes Wetter war angesagt. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Rhein-Rhone–Kanal, dem wir nun bis Marckolsheim folgten. Dann wechselten wir auf die deutsche Seite des Rheins. Nach einer gemütlichen Einkehr in einer Gartenwirtschaft, an einem Altarm des Rheins, ging es eine Stunde am Rhein entlang und dann am Fuße des Kaiserstuhls zurück nach Breisach.

Jetzt stand nur noch das Abholen von Eberhard’s Auto an. Albert sprang hier ein und brachte Eberhard nach Enzisheim. Danach ging es zusammen nach Bleibach zu unserem Radlerfreund Gebhard mit Frau Rita. Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, uns zum Tourabschluss zu Kaffee und Kuchen einzuladen. Herzlichen Dank dafür. Auch Manfred, ein weiterer bekannter Radlerfreund aus Bleibach, begrüßte uns. Zum Abschluss gab es von ihm ein Wurstpaket aus seiner allseits bekannten Metzgerei für Schwarzwälder Spezialitäten. Gut gestärkt erreichten wir gegen 22:00 Uhr wieder Immenstaad. Eine tolle Tour, ohne Unfall und ohne Pannen, ging glücklich zu Ende.

Wir danken unserem Tourenführer Wolfgang Nosse sehr herzlich für das Ausarbeiten aber auch für das Vorweg-Abfahren der Tour mit seiner Frau Brigitte. Mittels vorbereiteter GPS Karten und seinem Navigationsgerät und dank seiner Ortskenntnis führte uns Wolfgang sicher durch die einzelnen Etappen. Wir freuen uns schon auf die nächste Tour und sind gespannt wo es dann hingehen wird.

Hans Kesenheimer