Wanderung von Owingen nach Heiligenberg am Samstag, 28.09.2014

Eine Genusswanderung beginnt nicht schon sonntagfrüh um 7.00, sondern um ½ 10 Uhr. Als alle da sind, reicht ein kurzer Blick in die Runde: alle schlank - dann passen wir in zwei Autos und drei Bergfreunde kommen in Heiligenberg noch dazu. Wir starten pünktlich und stellen die Autos auf dem Parkplatz oberhalb der Ortsmitte von Heiligenberg ab. Nach kurzer Wartezeit auf dem schönen Dorfplatz, dem „Alten Postplatz“ nehmen wir um 10.30 den Bus Richtung Überlingen bis zur Owinger Kirche.

Wir starten nach Osten und nach etwa 150 m biegen wir nach links in den Wald, auf den Kirchweg nach Hohenbodman ein. Schöner, abwechslungsreicher Mischwald begleitet uns, das erste trockene Laub knistert unter unseren Schritten und das hügelige Gelände steigt allmählich von 540 m bis zu unserem ersten Ziel Hohenbodman auf 670 m an. Beim Mittagsläuten erreichen wir das Dorf Hohenbodman und staunen über die mächtige Dorflinde, deren Alter auf 800 bis 1000 Jahre geschätzt wird. Als wir den Aussichtsturm erreicht haben, gibt`s eine kurze Trinkpause. Einige von uns testen die alte, schmale und steile Wendeltreppe bis oben hin. Bis zum Bodensee reicht die gute Fernsicht von der Turmspitze, aber der Alpenkamm liegt im Dunst, obwohl hier im Linzgau kristallklar blauer Himmel ist.

Der Abstieg führt uns über die Burghöfe in den Aachtobel und über die Aach zu der Kapelle “Maria im Stein“, die ein Wallfahrtsort ist: viele Trost oder Heilung Suchende haben kleine Votivtafeln zum Dank an die Muttergottes angebracht. Die Kapelle liegt sehr geschützt, direkt an die beigefarbenen mürben „Molasse“- Sandsteinschichten (Tertiär) angelehnt. Ein schöner schattiger Platz für unsere Mittagspause. Anschließend gehen wir auf dem schmalen Pfad entlang der Sandsteinwand, steigen bei den Steinhöfen wieder aus dem Aachtobel und wenden uns in Bruckfelden nach Osten Richtung Frickingen. Ein kurzes Wegstück ist zu einer Apfelbaumallee gestaltet, aber es sind „exotische“ Sorten, auch aus Neuseeland, die keiner von uns kennt.

Mitten in Frickingen überrascht uns eine ganz flache Gewässerrinne neben dem Gehsteig. Wir folgen dieser Mühlenstraße und nahe am Ortsausgang treffen wir auf den Oberlauf des Baches. An der Stelle, wo der Bach die Straße quert, bemerkt eine Bergfreundin: “Hier ist doch eine so passende Mauer, da könnten wir doch eben eine Trinkpause einlegen – bevor wir in den steilen Anstieg nach Heiligenberg müssen“. Allgemeine Zustimmung, und schon sitzen wir alle 13 auf dem Mäuerchen und erzählen und schauen einer lebhaft spielenden Kindergruppe zu. Am letzten Haus folgen wir dann dem Weg nach rechts in Richtung Steigen, queren dort die Landstraße nach Heiligenberg und nehmen die „Alte Steige“. Die ist im oberen Teil wirklich recht steil – wie mögen die Postkutschen da wohl hoch und auch hinuntergekommen sein – wir sind froh, zu Fuß und nicht mit Fahrrädern unterwegs zu sein.

Kurz vor dem schön gestalteten alten Postplatz mit Dorflinde und Fürstenbergschen Bronzestatuen haben wir es dann wieder bis auf über 700 m Höhe geschafft.

Gegen 18.00 Uhr sind wir zurück in Immenstaad und genießen beim Abschlusshock und Abendessen die milde Abendsonne im Biergarten von Schloss Helmsdorf. Herzlichen Dank an Ernst Webinger, der die Tour ausgearbeitet und geführt hat.      

Eberhard Dahms