Bericht zur Bergtour auf den Schafgafall am Samstag, 19. Juli 2014

Perfekter kann ein Sommermorgen nicht sein! Pünktlich um 7 Uhr treffen sich 11 muntere Frühaufsteher zum Gipfelsturm (900 Höhenmeter in insgesamt 5 Stunden) auf den Schafgafall, oberhalb des Lünersees. In knapp 2 Stunden ist der Parkplatz der Lünersee-Bahn, am Ende des Brandnertals, erreicht. Die Gruppe berät sich kurz, 7 entscheiden sich für den Aufstieg über den “Bösen Tritt“, 4 nehmen die Kabinenbahn hinauf zum See, wodurch sie die ersten 400 Höhenmeter gemütlich absolvieren. Hier oben weht ein frischer Wind und läßt manche Prognose negativer Zeitgenossen das ist doch viel zu heiß für eine Bergtourvergessen. Von der noch menschenleeren Terrasse der Douglashütte (1970m) schaut man direkt auf den spiegelglatten Lünersee, der in einem unglaublich hellen Grün schimmert und von moosgrünen Grasflächen und dahinter aufragenden Felsmassiven der Rätikonberge eingerahmt ist. Der Lünersee ist einer der größten Hochgebirgsseen und der größte Stausee zur Stromerzeugung in Vorarlberg.

Kurz vor 10 Uhr ist die Truppe wieder vereint, nun gehts mächtig bergauf. Unser Ziel, der südliche Schafgafall mit 2414 m Höhe, liegt stolz vor uns. Die im Rätikon vorhandenen Gesteinsarten wie Gneis, Schiefer und Kalk begünstigen eine reichhaltige Flora: Alpenrosen, Berganemonen, Enzian, Baldrian, Küchenschellen, kleine Astern usw. begleiten unseren Aufstieg. Von einer kurzen Trink- und Fotopause, mit magischem Blick auf den immer kleiner werdenden blaugrünen Lünersee, abgesehen, werden die 500 Höhenmeter in knapp 2 Stunden bewältigt, und der geniale Rundblick am Gipfelkreuz auf Zimba, Saulakopf, Schesaplana, Sulzfluh und Drusenfluh bis hinüber zu den Fluchthörnern - vor makellos blauem Himmel - läßt alle Anstrengungen schnell vergessen.

Nun ist es Zeit für eine mittägliche Rast, auch mit dem Ziel, die Rucksäcke um den ess- und trinkbaren Inhalt zu erleichtern.

500 Aufstiegsmeter haben aber auch 500 Abstiegsmeter zur Folge, die wir auf gleicher Route, die Stöcke möglichst gelenkschonend benutzend, absolvieren. Unser guter Emil zaubert am Fuße des Berges ein Elixier für gestresste Kniegelenke aus dem Rucksack, was vor allem von den Damen sehr geschätzt wird.

Bevor wir endgültig Abschied nehmen vom Lünersee, dem „Juwel der Rätikonberge“, in dem sich jetzt in frühabendlicher Beleuchtung Berge und Wolken spiegeln, gönnen wir uns auf der schönen Terrasse der Douglashütte (inzwischen bevölkert von Kind und Kegel) erfrischende Getränke und landestypische Schmankerl ".

Ein herzliches Dankeschön richtet sich an unseren Tourenführer Ernst Webinger, der die Bergtour nicht nur gut vorbereitet und begleitet, sondern auch all seine Schäfchenunversehrt vom Schafgafall zurück gebracht hat.

L. Thieme