Bergtour zur “Alp Sigel” im Kanton Appenzell-Innerrhoden am 22. Juni 2014

Der Einladung der Ortsgruppe Immenstaad im DAV zu einer Rundtour im Bereich der “Alp Sigel” folgten 14 Teilnehmer, davon 7 Badener und 7 Schwaben. Die heilige Zahl “7” als gutes Omen garantierte ein erfolgreiches Gelingen bei bestem Bergwetter voll Sonne und kühler Brise. Vier Autos starteten gegen  8 Uhr morgens und kamen problemlos zunächst über die Vorarlberger Autobahn, dann an Altstätten und Appenzell vorbei nach Schwende (840m) zum Ausgangspunkt der Bergtour.
 
Der Aufstieg begann in Richtung Süden über gepflegte Bergwiesen, dann durch eine kürzere Waldzone an den Fuß eines mächtigen Felsriegels, den wir nur an einer Stelle, nämlich der “Zahmen Gocht” überwinden konnten. “Gocht” leitet sich ab vom Althochdeutschen ”Gaht” gleich Aufstieg und von “gäch” gleich steil. Es handelt sich um einen Felseinschnitt, bzw. um einen Felskamin, der durch Drahtseile, Stifte und Stufen gut versichert, das heißt “zahm” gemacht wurde. Bald standen wir oben auf dieser gewaltigen Felswand (etwa 1650m) und bewunderten das Alpsteingebiet, das sich uns wie ein Bilderbuch auftat: Der Blick reichte im Westen vom Altmann über Säntis und Schäfler bis zur Ebenalp und den davor liegenden Felsmassiven Marwees und Hundstein und im Osten vom Hohen Kasten über den Stauberen bis zu den “Chrüzbergen”. Die tiefen Täler zwischen den oft nahezu senkrechten Felsfluchten geben dem Alpsteingebiet  diesen wuchtigen Hochgebirgscharakter. Im Norden hinweg über das wunderschöne hügelige Appenzellerland entdeckten wir im Dunst den Bodensee und mit dem Fernglas sogar die Hochhäuser von Immenstaad! Die Alpenflora in unserer unmittelbaren Umgebung mit ihrer Vielfalt und Farbenpracht war ein weiterer Blickfang. All dies zusammen war der Lohn für über 800 Höhenmeter, die hinter uns lagen.
 
Nach einer längeren Vesperpause stiegen wir über das sanft abfallende, 113 Hektar große Weidegebiet zu den stattlichen Almhütten der Alp Sigel ab. Von dort aus führte unser Weg weiter in südöstlicher Richtung zu einer steilen Flanke, die wir auf gut angelegten Serpentinen leicht und schnell überwanden. Über das Plattenbödeli erreichten wir den verträumten Sämtisersee (etwa 1250m), wo wir eine kurze Rast einlegten. Angenehme Wanderwege, vorbei an einem zünftigen Berggasthof, dessen Anziehungskraft wir nicht widerstehen konnten, führten uns nach Brülisau, der Talstation der Seilbahn zum Hohen Kasten. Von hier war es nur noch eine kurze Strecke, zunächst entlang dem Bruelbach und dann über einen kleinen Höhenrücken zum Parkplatz in Schwende.
 
Die Ausarbeitung und Leitung dieser Tour lag in Händen unseres Bergfreundes Wolfgang Nosse, der eine Woche zuvor die Tour mit seiner Frau Brigitte vorgegangen war, um alle Eventualitäten  im Griff zu haben. Im Namen aller Teilnehmer danke ich ihm hiermit für seine Mühe und seinen selbstlosen Einsatz.

Reinhard Sendele