Naturgenuss pur - die Wanderung um den Mindelsee am 26. April 2014

Die sehr abwechslungsreiche und mit Sorgfalt gewählte Tour verlief mit ca 20km Gehstrecke in weitem Bogen um den Mindelsee über Kaltbrunn, Freudental und den Stöckenhof.

Der Weg führte unsere gut gemischte Gruppe von 9 Personen in sanftem auf und ab, immer neue Aussichten und Weitblicke freigebend, stets begleitet von vielfältigem und reichlichem Vogelgezwitscher. Zunächst ging es vorbei am Mindelsee durch vom frischen Regen duftende maigrüne Wälder, über feuchte Sauerwiesen und sumpfige Böden mit Ried sowie Blütenwiesen, in denen Gräser in der Minderheit waren, und uns die zahlreichen, dieses Jahr sehr früh und gleichzeitig erblühten großen und kleinen Blütenköpfe in einem farblichen Potpourri in Gelb-, Weiß- und Violetttönen anschauten.

Dazwischen reich blühende Obstbäume, die - im Gegensatz zu dem Anblick in den sonst am Bodensee üblichen Spalierobstplantagen - in ihrer natürlichen Wuchsform belassen waren, dazwischen grasten, den malerischen Anblick abrundend, gemütlich schwarzbunte Kühe.

Kulturelles Highlight war auf halber Wegstrecke das sehr gepflegte, auf einem Hügel mit grandioser Aussicht gelegene Schloss Freudental. Wir konnten einen Blick in die Gartenanlage und den Schlosseingang werfen und erfuhren, dass ab Herbst auch Führungen angeboten werden.

In der unmittelbaren Nachbarschaft ließ uns ein freundlicher Landwirt in seine Stallungen mit stattlichen Ochsen, behornt und blond gelockt, schauen. Die weiteren verstreut in kleinen Gruppen gebauten ländlichen Häuser mit selten gewordenen ursprünglichen Bauerngärten wirken wie aus einer "anderen" Zeit in einer Oase der Ruhe und ohne jegliches Geräusch von Straßen- und Zivilisationslärm. Die Zeit scheint hier ein bisschen stehen geblieben zu sein und die Welt noch ein bisschen mehr in Ordnung.

Auf unserem weiteren Weg konnten wir uns dem umwerfenden Charme eines jungen Dackels, der sich vor Freude über unseren Besuch an einen Gartenzaun quetschte, nicht entziehen und so wanderten einige streichelnde Hände mit dem ganz speziellen verklärtem Strahlen weiblicher Mitwanderinnen - und das sollte an diesem Tag nicht das Einzige dieser Art gewesen sein - durch den Maschendraht, während einige Herren vom nun doch bald fälligen ersten Bier schwärmten…..

Kurze Zeit später nahmen uns auf den Wiesen nahe des Mindelsees erneut Vierbeiner in den Bann: hier standen einige Mutterschafe mit ihren einfach unbeschreiblich entzückenden neugeborenen Lämmern und das gegenseitige Rufen in allen erdenklichen Stimmlagen ließ nun auch die Männer den Bierdurst vergessen und animierte stattdessen zu mitunter sehr gelungenem Nachahmen . Aber es erwartete uns noch mehr: auf einer weiteren Wiese mit Mutterschafen wurden wir Augenzeuge bei den Geburten von zwei Schäfchen, die Dank beherzten Einsatzes von zwei "gstandenen Weibsbildern" (jungen Schäferinnen) rasch auf die Welt und die Beine kamen. Nun durfte Eines auch noch gestreichelt werden und dann war es auch wieder da, diese gewisse Strahlen…

Aber auch für Viehzeug ohne Beine blieben wir stehen: eine Blindschleiche auf dem Weg wurde aufgenommen, genoss die Wärme unserer Hände und wurde, nachdem sie als Fotomodell herhielt, wieder ins Gebüsch entlassen.

Auch noch weitere "tierische" Begegnungen ließen erneut "Strahlen": Charlie der kleine Ziegenbock, der uns um Streicheleinheiten und Fressbares ersuchte, auf einem sehr alternativen sehr speziellen alten Öko-Gehöft, auf dem wir vergeblich nach Spuren gezielten Arbeitseinsatzes und strukturellen wirtschaftlich orientierten Vorgehens suchten, stattdessen aber eher die Anzeichen von feuchtfröhlichem Gelage aus jüngster Vergangenheit fanden.

Und da war auch noch ein Reh, es stand uns gegenüber plötzlich auf dem Weg, ebenso verdutzt schauend wie wir, bevor es blitzschnell im Unterholz entschwand.

Der letzte Etappe des Rückweges führte uns wieder am anderen Ufer, mit Rast an einer Badestelle am Mindelsee vorbei, zurück zum Parkplatz. So ging unsere Tour zu Ende, die viel Raum und Zeit zum Schauen, Beobachten, Staunen und Erfreuen ließ und bereichert wurde durch ornithologisches und botanisches Wissen von einigen Teilnehmern.

Es war ein ganz besonderer unvergesslicher Tag, mit Naturgenuss pur für alle Sinne, der mit Nieselregen begonnen hatte, aber im Tagesverlauf zunehmend mehr Sonnenschein, aber auch einzelne weiße eindrucksvolle sich türmende Wolkenberge zu bieten hatte.

Beschenkt durch das Gefühl und Einmaligkeit des Glückes des Augenblicks kehrten wir, durch die vielfältigen Eindrücke und Erlebnisse miteinander verbunden, reich, staunend und dankbar über diesen wunderschönen Tag zurück und ließen ihn in der Abendsonne beim gemütlichen Einkehrschwung auf der Seeterrasse in Helmdorf ausklingen.

Ein herzlicher Dank an alle Mitwanderer/innen für das angenehme und schöne Miteinander, sowie dem Ehepaar Koyro, das mit so positiver Ausstrahlung , erfrischender Fröhlichkeit und Herzlichkeit aber auch stets mit Achtsamkeit auf die Gruppe die Wanderung führte.

Ich freue mich auf die nächste Tour!

Karin Seuster

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