Bericht über die DAV-Wanderung am Sonntag, 16. 03. 2014

Immenstaader Bäche, Teil 2

Die Wettervorhersagen waren etwas unsicher und der Himmel bis mittags noch grau, trotzdem kann unser Tourenbegleiter Günter Wolf 18 Optimisten um 14.00 Uhr auf dem Rathausplatz zu unserer Frühlingswanderung begrüßen. Nach kurzer Erläuterung der geplanten Route starten wir Richtung Schloss Hersberg. Zur Mündung des Mühlbaches (Mühlbachtobel) hätten wir die B 31 queren müssen, mit 18 Personen nicht zu empfehlen. Deswegen folgen wir ein Stück der Straße Richtung Kippenhausen und gehen dann durch die Kobenbach Senke Richtung Hersberg. Hier hat man den Hersberg richtig im Blick. Günter Wolf erklärt, dass der “Berg“ ein eiszeitlicher “Drumlin“ (irisch, s. Wikipedia) ist, ebenso wie der Hohberg und die Drumlins Richtung Frenkenbach. So bezeichnet man etwa tropfenförmig gestreckte Hügel, die unter dem Gletschereis mit steilerer Anström- und flacherer Abströmseite (zur Fließrichtung des Gletschers) geformt worden sind und aus Kies und anderem Moränenmaterial bestehen. Die ehemalige Kiesgrube („Hersberg Kies“) ist in dem Wald auf der Nordseite noch zu erkennen.    

Wir verweilen für einige Momente auf der Aussichtsterrasse vor dem Schlossgebäude, genießen die großartige Aussicht und hören einiges zur sehr wechselvollen Geschichte: 1276 erstmals erwähnt und schließlich seit 1929 im Besitz des Palottinerordens

Der nächste Stopp am „Mühlbach“ vor den hohen alten Erlen. Es gibt keinen Hinweis, dass dort irgendwo – unten am Mühlbachtobel oder weiter bachaufwärts - eine Wassermühle gestanden hätte. Vielleicht gab es da eine Verwechslung auf den alten Karten. Wir folgen dem Bach, der bachaufwärts ab jetzt „Erlengraben“ heißt. Das wäre ein schöner Premium - Wanderweg, an dem schönen Weiher vorbei, bis direkt zu der kleinen Kirche St. Oswald & St. Otmar in Frenkenbach. Günter Wolf erläutert, dass es sich zuerst wahrscheinlich nur um einen Turm „Warte“ gehandelt hat an den dann im 12 Jhdt. im Romanischen Stil die Kirche angebaut worden ist. Wenn auch schlicht – aber ein Kleinod unserer Gemeinde aus fränkischer Zeit!

Kurz hinter der Kirche gehen wir wieder hinab in den Erlengrund. Der Erlengraben hat am Ende dieses stillen Wiesentales seine (unspektakuläre) Quelle, die aber in trockenen Zeiten auch versiegen kann. Dieses Tal ist die Ökologische „Ausgleichsfläche“ (Talhof) für Baugebiete in der Gemeinde. Naturnahes sehen wir dann gleich dicht vor dem Waldrand: von Wildschweinen aufgebrochene Grasnarbe und eine Mitwanderin entdeckt dann auch die Spuren und den Wildwechsel. Wir nehmen aber den Waldweg und dann den schmalen Trampelpfad am Waldrand des Weingarten Waldes zurück Richtung Kippenhausen. Am „Michelried“ erläutert uns Sigurd Rosinski, dass es sich hier um eines unserer Feuchtbiotope (Fördergebiet) handelt, eine etwa 1 ha große versumpfte Geländemulde, deren Landschaftsbild durch Pflegemaßnahmen und deren Schilfrohrbestand durch regelmäßiges Mähen erhalten wird.

Bis Kippenhausen geht es an dem Graben im östlichen Nachbartal des Erlengrabens entlang, bis der dann unterirdisch „verdolt“ in dem Grabengewirr seewärts zum Mühlbach entschwindet. Wanderpause machen wir im Café beim ehemaligen und Puppenmuseum am Weg und genießen Kaffee und Kuchen oder ein kühles Weizenbier, und unsere Vorsitzende Inge Polap nutzt die Gelegenheit, um Günter Wolf für die schöne Tour und die Erläuterungen zu danken. Sie stellt fest, dass es doch immer noch irgendwelche Ecken in unserem Gemeindegebiet gibt, wo man noch nicht gewesen ist. Ab Kippenhausen geht es durchs „Widdum“ am Kobenbach entlang bis zur B31.

Am Kreisel an der B31 Brücke West zerstreut sich die Gruppe dann gegen 17.30 Uhr in die Ortsteile.                                                                                                                    

Eberhard Dahms