Bericht zur Herbstwanderung am 27.10.2013

Bei „Salzburger Schnürlregen“ und schlechter Wetterprognose treffen sich acht mit Regenschirmen bewaffnete Wanderfreunde pünktlich und optimistisch um 10.00 Uhr am Rathausplatz. Nach kurzer Besprechung wird spontan entschieden, den Programmpunkt „Traktormuseum“ vorzuziehen. Eine weise Entscheidung!

Das erst kürzlich in Gebhardsweiler eröffnete, im historischen Ambiente einer Dorfgemeinschaft gebaute Museum präsentiert unzählige, mit Ausdauer und Liebe in aller Welt zusammengetragene Traktoren der letzten 100 Jahre, ergänzt durch dazu passende alte Geräte. Vor lauter Staunen vergeht die Zeit wie im Flug. Wie praktisch: In der dazu gehörigen Gastronomie können wir ein gutes Mittagessen einnehmen.

Als sich dann aber die Sonne doch noch zeigt, gibt es kein Halten mehr, und unserer Wanderung – in etwas gekürzter Form – steht nichts mehr im Wege! Es geht durch das Gebiet des Schlossberges, mit schönen Ausblicken ins Salemertal. Im Wald kommen wir an prähistorischen Ringwällen aus der Zeit um 800 vor Christus vorbei. Über die Entstehung und Geschichte der 220 m langen und 3 – 4 m hohen Wälle gibt es verschiedene Versionen, z.B. spricht man von drei Burgen als dauerhaftem Herrensitz. Das System aus Gräben und Erdwällen umschliesst eine Fläche von ca. 0,5 Hektar.

Einer Sage nach entführte der Raubritter von Schiggendorf mithilfe des Ritters von Baitenhausen die Tochter des Schenken von Ittendorf und heiratete sie in den Heidenhöhlen von Bermatingen. Danach verließ er die heimatlichen Lande, und die Burg zerfiel.

Kurze Zeit später kommen wir am „Hungerberg“ vorbei. Als Hungerwald wird er erstmals 1367 erwähnt. Der Name leitet sich her aus dem mittelhochdeutschen Hungerplatz = „eingezäunter Ort, wo das Vieh zusammengetrieben wurde und angeblich kein Futter erhielt“.

Der aufkommende Wind lässt die herbstlichen Blätter wie große farbige Schneeflocken tanzen, ein schönes Bild. Am Ölberg verlassen wir den Wald und geniessen – ohne nass geworden zu sein - wieder den Blick ins Salemertal und auf Gebhardsweiler. Unsere Autos warten an der Wallfahrtskirche zum Hl. Wendelin, oberhalb von Baitenhausen. Das Barockjuwel aus dem 17. Jahrhundert liegt auf ca. 500 m Höhe, am Rande des Salemertales. Geschichte: 1169 wird ein Priester in „Bettinhusen“ erwähnt. Eine Ablassbulle des Papstes Johannes XXII vom 05. Juli 1328 lässt vermuten, dass um diese Zeit Baitenhausen schon Ziel einer Wallfahrt war.

Hier oben werden wir noch für unseren Optimismus belohnt: Ein grosser, in intensiven Farben leuchtender Regenbogen spannt sich über das ganze Salemertal und über Markdorf.

Ein kurzer Kaffee-Einkehrschwung in Reute beendet diesen Wandertag, den Günter Wolf wieder interessant gestaltet und bestens organisiert hat. Danke.

L.Thieme