Bericht über unsere Südschwarzwald - Rad-Rundtour

6 Renten-Radler machten sich am 2. Juli 2013 auf die Reise, um den Süden des Schwarzwaldes mit dem Fahrrad zu erkunden. Wolfgang Nosse hatte den 240 km langen Radweg mit 4 Etappen ausgeschrieben.

Die 1. Etappe führte von

Hinterzarten nach Stühlingen.

Vom Bahnhofparkplatz Hinterzarten, wo wir unsere Autos abstellen konnten, starteten wir. Vorbei am Gletschersee „Titisee“ und an Neustadt. Tief unter der großen B31-Gutach-Betonbrücke und rauf nach Lenzkirch. Und siehe da, bei angenehmem Sonnenschein konnten wir draußen sitzen und eine Erbsensuppe löffeln. Und es kamen auch schon die ersten Kommentare: „Bei uns ist da aber eine Wurst drin, ja wenigstens ein paar Stückchen.“ Also wie gesagt, nach dieser Stärkung ging es, gefühlsmäßig ansteigend, obwohl wir fast immer auf Hinterzarter-Höhe blieben. Schau mal da, Lupinen und Roggen rutschte es über unsere Lippen und vor uns tauchte Bonndorf auf. „Ja hierher, mein lieber Franz“ meinte Raimund, „hierher will der Bürgermeister von Markdorf sich zurückziehen.“ An einer sog. Sprüchemauer hoch über Bonndorf waren besinnliche und lustige Sprüche zu lesen. Klar und deutlich geht aber aus Wolfgangs GPS-Aufzeichnung hervor, dass wir schon 40 Km hinter uns hatten und dass es von nun an 20 km bergab nach Stühlingen ging. Das Quartier wurde bezogen und die Räder versorgt. Ein kleiner Abendspaziergang führte uns, nach dem guten Abendessen, am Kapuzinerkloster vorbei direkt in die Weinlaube, einem ehemaligen Badischen  Gerichtsgebäude mit angrenzendem Gefängnis. Und auf Geheiß von Albert wurde Gutedel probiert. Wir saßen draußen in diesem schönen Ambiente, und vorzüglich mundeten die kleinen Käsehäppchen, nicht glaubend, was der Wetterbericht für den nächsten Tag angekündigt hatte.

Die 2. Etappe ging nun von

Stühlingen nach Bad Säckingen.

Also, Regen, Regen und nichts als Regen, den ganzen Tag lang von A bis Z. Bei den ersten 10 Km, an der schönen Wutach entlang, umkurften wir noch die größeren Wasserpfützen, später half das auch nicht mehr, wir waren einfach durch und durch nass. Die kleine Panne, die wir kurz vor Waldshut hatten und der Käsekuchen in Waldshut selbst ließen uns an den Spruch erinnern, den wir hoch über Bonndorf gelesen hatten: „Humor ist der Knopf, damit einem der Kragen nicht platzt.“ Und für geschichtliches und interessantes von Laufenburg, weil's ja hüben und drüben liegt, hatten wir nicht mehr viel Sinn. Wir waren heilfroh, dass wir mit sandknirschenden Ketten und Bremsen unser Hotel am Hochrhein erreichten. Doch nach einer warmen Dusche und einer großen Radler-Halbe kehrten dann die Lebensgeister wieder in uns zurück.

Die 3. Etappe führte von

Bad Säckingen nach Bad Bellingen.

Nun hatte uns ja Vater Rhein voll im Griff. Es war ein Genuss, alles war wieder trocken, und wir düsten in Richtung Rheinfelden. Und schon kam uns Gebhard, unser Freund aus dem schwarzen Wald, der oft mit uns die Mittwochsrunde hier am Bodensee dreht, entgegen. Nach kurzer Begrüßung ging es nun zu siebt weiter. Bestaunt haben wir das neue Fluss-Kraftwerk Rheinfelden. Es steht quer zum Rhein, besitzt eine Fischtreppe und ein naturnahes, lachsgängiges Laich- und Fischaufstiegsgewässer zur Umgehung des Kraftwerks. Es hat eine mittlere Jahresproduktion von 600Mio kWh, dies ist das 3-fache vom alten Kraftwerk. Für eine Besichtigung muss man sich jedoch ein ½ Jahr im Voraus anmelden. So führte uns nun Wolfgang weiter rheinabwärts nach Kaiseraugst (zur Römerzeit, Augusta Raurica), wo wir im römischen Theater eine kleine Pause einlegten.

Der nächste Stopp war dann das Basler Münster, von hier radelte Gebhard wieder zurück zu seinem Auto, das irgendwo bei Rheinfelden stand. Mit dem GPS vorweg über den Rhein durch das Stadtgewirr und sicher zu den Rheinauen und auf nach Bad Bellingen, wo ein gutes Abendessen und ein ausgezeichneter Gutedel auf uns wartete.

Die 4. und letzte Etappe war von

Bad Bellingen nach Hinterzarten.

Ein klein wenig zeitiger am Morgen starteten wir zur letzten Etappe. Ich fand noch etwas Kettenfett im Rad-Abstellraum und Günther meinte, „Mensch Franz das ist eine gute Idee." So ging es jetzt mit frischer Schmiere weiter Rheinabwärts bis Neuenburg, wo wir den Rhein verließen und die Berge des Schwarzwaldes voll in unser Visier traten. Da Eberhard gerne die Schäden der Geothermie-Bohrungen in Staufen sehen wollte, machten wir Pause in Staufen, wo uns die Blasmusik zünftig empfing. Weiter ging unsere Radtour in Richtung Freiburg. Punktgenau kamen wir an der Dreisam, Schillerstraße an. Und mit vielen anderen Radlern radelten wir munter bis zum Bahnhof von Kirchzarten. Der Zug brachte uns dann noch das letzte Stückchen zum Bahnhof von Hinterzarten.

Eine tolle Radtour war geschafft, dem Wolfgang, als Tourenführer, ein herzliches Dankeschön. Ich sage mal, ohne unsere Mittwochs-Radelei wäre die Tour nicht so locker und leicht bewältigt worden. Also ohne Fleiß kein Preis.

Der Fahrradfahrer

Franz