Herbstwanderung um Fronhofen am 4.11.2012.

Am Sonntag, den 4. November, führte eine Wanderung des DAV, Ortsgruppe Immenstaad, in ein Wandergebiet bei Fronhofen im südlichen Oberschwaben.

Nach kurzer Fahrt erreichten Wanderführer Günter Wolf und zwölf Wanderfreunde Fronhofen, das außer einer schönen Kirche auch eine Turmburgruine hat.

Bestes sonniges Wetter begleitete die Wanderung, die in Richtung Bettenreute begann. Dort ist seit Sommer 2012 ein interessanter Skulpturenweg entlang eines kleinen Baches entstanden. Besonderheit ist, dass als Grundform Kuben gewählt wurden, deren Inhalt das Thema Verbindung auf vielfältige Weise darstellen soll.

Aufgestellt sind die Kunstwerke auf dem Gelände eines alten Schlosses und Gutes, das ab 1926 von Ravensburg in eine Justizvollzugsanstalt (JVA) für den offenen Vollzug umgewandelt wurde. Die Strafgefangenen arbeiten ohne Mauern täglich 8 Stunden in der Landwirtschaft des Gutes. 12 Künstler aus der Region gestalteten sehr unterschiedlich die Verbindung von eingesperrtem und sich öffnendem Raum. Jugendliche aus dem Ort arbeiteten mit Unterstützung eines Künstlers an einer Skulptur. Eine zweite wurde mit Künstler und Mitarbeitern der JVA sowie Gefangenen erstellt. Sehr nachdenklich beurteilten die Wanderer die Skulpturen.

Nach dem Kunstgenuss zeigte die Natur jetzt Ihre ganze herbstliche Schönheit. Vorbei an vielen kleinen Ortschaften, durch Wiesen und Wälder bei guten Wegen.

Die Sonne gab dem bunten Laub ein strahlendes Leuchten. Die Wiesen noch kräftig grün. Immer wieder wurden die Kameras herausgeholt, um besonders schöne Ansichten dauerhaft für die Erinnerung oder Anderen zu zeigen. Ein kleiner See, der Bibersee, glänzte in einem Wiesengrund und lag in einem Feldgebiet, das Himmelreich genannt wurde. Wie schön! Nach Erreichen des Ausgangsortes Fronhofen fuhr die Wandergruppe zum Kloster Kellenried bei Dietenhofen. Besichtigt wurde dort die Benediktinerinnen Abtei St. Erentraud. Wichtige Daten: Einzug der Schwestern 1924, Beschlagname durch die Gestapo 1940 bis1944, Schließen von Baulücken und Renovierungen zur einheitlichen Gestaltung bis 1983. Der Stil wird dem Neobarock zugeordnet, in dem sich auch Jugendstil und neuzeitliche Formen finden lassen. Die Abtei hat im Innenbereich klare Formen, einen schönen Altar und eine schlichte, fast sachliche und beeindruckende Innenausstattung. Nach kurzer weiterer PKW Fahrt konnten sich die Wanderer im Landgasthof Fenkenmühle zum Ausklang zu einem stärkenden Vesper setzen. Einhellige Meinung war, wieder ein wunderbares Wandergebiet in Oberschwaben kennengelernt zu haben. Dafür gab es einen herzlichen Dank an den Wanderführer Günter Wolf für Ausarbeitung, Führung und das herrliche Wetter, das uns begleitete.

Horst Woller