DAV Tourenabschluss –Wochenende am 13. und 14.10.2012 in Malbun im Rätikon.

Da hatten wir am Sonntag fast noch Glück: „nur“ Sturm und noch kein Schneesturm, denn montagfrüh war schon alles weiß bis hinunter auf Tausend Meter! Anette und Jürgen Koyro hatten die Idee, das Jugendhaus der Vaduzer Pfadfinder in Malbun zu mieten. Selbstverpflegung, Matratzenlager, Schlafsack – das wird zünftig, denken wir alle!

Samstag kurz vor 10.00 Uhr haben wir die Serpentinen aus dem Rheintal geschafft und mit Begeisterung von den malerischen und gut beheizten alten Blockhäusern Besitz ergriffen.

Pünktlich, mit „Schweizer Präzision“ kommt die Herbergsmutter, um uns einzuweisen. Das geht freundlich und schnell, weil Annette und Jürgen hier früher schon genächtigt haben. Nachdem jeder von uns 12 (8 Männer und 4 Frauen) mit ein paar Sachen seinen Platz in einem der 4 Schlafräume belegt hat, ist der erste Kaffee schon fertig, mit dem wir uns zum Fürstensteig einstimmen.

Gegen 11.00 Uhr schnüren wir in Gaflei die Stiefel und steigen zuerst über Almen und Waldhänge, bis wir den im steilen Felshang angelegten „Fürstensteig“ erreicht haben, der alpinistisch etwas anspruchsvoller ist („ausgesetzt“, sagen die Eingeweihten). Aber es gibt an schmalen oder steilen Stellen zur Sicherung Drahtseile, sogar händeschonend kunststoffummantelt. Das Wetter meint es gut mit uns, es bleibt kühl aber sonnig und wir genießen bei kleinen Stopps den weiten Blick über das Rheintal. Am Gafleisattel finden wir ein windgeschütztes Plätzchen für die Mittagsrast -  und dann teilt sich die Gruppe: die dynamischeren gehen weiter über die Gafleispitz bis zum Kuhgrat (2123 m ü.NN) und die gemütlicheren nehmen den Rückweg über den Kamin (Chemi) und den Bergällasattel wieder nach Gaflei (gegen 16.00 Uhr); mit dem Kuhgrat sind es insgesamt 933 Höhenmeter Anstieg.

Kaffee und selbstgebackenen Kuchen gibt’s dann nach der Rückfahrt auf der Hütte.

Die Vorbereitungen für das Abendessen beanspruchen die ganze Mannschaft: passend zum Walserumfeld gibt es die schweizerische Spezialität Raclette und da muss für 12 Personen eine Menge Gemüse geschnipselt und die „Gschwelli“ (Pellkartoffeln) geschrubbt und gekocht werden. Die aus 4 Tischen zusammengestellte große Tafel wird mit hübschen Servietten und Kerzen garniert. Man lernt ja nie aus: Das eine Gerät wird nicht heiß genug, um die verschiedenen Käsescheiben zu schmelzen und nicht nur zu trocknen! Nach kundiger Beratung schaffen wir das dann auch mit dem fachgerechten gratinieren. Es gibt Bier gegen den ersten Durst und Rot- und Weißwein zum genießen - da wären wir in einem Schweizer Restaurant arm geworden. Eine Runde Williams und/oder Grappa bringt die Gelegenheit für allgemeines großes Lob für Anette, Brigitte und Inge, die alles geplant und eingekauft haben (bis auf Salz u. Pfeffer) - aber auch ohne Salz und Pfeffer ist die Stimmung prächtig. Beim gemeinschaftlichen Singen können wir uns richtig ins Zeug legen, bis Anette stöhnt, ihr täten schon die Finger weh, vom langen Gitarrespielen – aber wir stören hier ja keine anderen Hotelgäste.

Am Sonntagmorgen gönnen wir uns ein großes Frühstücksbuffet  und anschließend geht es mit der Bergbahn hinauf nach Sareis auf 2000 m. Gegen 10.45 Uhr sind wir auf dem Fürstin Gina-Weg (benannt nach der verstorbenen Mutter des regierenden Fürsten Hans-Adam II.). Ein stürmischer Wind mit geradezu „giftigen“ Böen schlägt uns von Südosten über den Grat entgegen. Regenschauer sind angesagt. Wir werden durchgerüttelt und wer keine 100 kg auf die Waage bringt, wird unversehens auch mal einen Schritt nach Lee versetzt. Nach Erreichen der Spitz (2187 m ü.NN) brechen wir deshalb die Tour aus Sicherheitsgründen ab. Wegen des Sturms fährt die Bergbahn nicht mehr und wir nehmen für den Abstieg den Fahrweg von Sareis nach Malbun hinunter. Der Hausputz (Endreinigung) wird flott erledigt, der Schlüssel im Geheimcode gesicherten Kästchen versteckt und nach störungsfreier Rückfahrt versammeln wir uns schon gegen 17.00 Uhr zum Ausklang im „Adler“ in Immenstaad, bei dem unsere Vorsitzende Inge Polap den beiden Hauptorganisatoren Anette und Jürgen Koyro und Brigitte und Wolfgang Nosse für die guten Ideen und die gute Tourenbegleitung dankt. Tenor: das sollten wir mal wiederholen.

Eberhard Dahms