Bericht zur 2-tägigen Bergtour zum Piz Languard 3262 m

8 begeisterte Wanderer meldeten sich bei Willi Stoll für die Bergtour am Sonntag  12. Und Montag 13. August an. Ein Ehepaar erwischte die Sommergrippe, da waren`s nur noch 6, die sich am Sonntagmorgen um 7 Uhr zur Abfahrt trafen.

Die Fahrt betrug etwa 4 St. Und führte über Chur nach Savognin, über den Julierpass (2284 m), wo wir eine kurze Pause einlegten, hinunter zum Silvaplanasee ins Oberengadin.

Das mondäne St. Moritz ließen wir links liegen und steuerten zielsicher die Talstation Muottas Muragl (räthische Sprache)an. Der Schrägaufzug brachte uns auf eine Höhe von 2456m, wo wir überwältigt waren von dem Ausblick auf das vergletscherte Panorama der Berninagruppe und des Rosegtales. Bei einer Vesperpause erklärte uns Willi die verschneiten Gipfel wie z.B. Piz Palü, Bellavista, Piz Zupò, Piz Morteratsch, Piz Roseg, allesamt knapp unter 4000 m, nur der Piz Bernina mit seinem berühmten Biancograt erreicht 4049 m. Mächtige Gletscher, kleinere Eisfelder von jeder Flanke vereinigen sich zum großen Morteratschgletscher – unweit der Diavolezza- der weit ins Tal reicht. Zur Rechten schweifte unser Blick über St. Moritz mit der Engadiner Seenplatte, Ursprung des Inns.

Danach schulterten wir unseren Rucksack und wanderten erst einmal leicht bergab. Aber nicht lange und der Weg führte in Serpentinen etwa 350 m bergauf zur Segantini-Hütte (2731 m). Der Anstieg kam uns länger vor, weil wir noch nicht an die Höhe gewöhnt waren. Aber wir erholten uns schnell bei einer Tasse Cappucino und genossen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen wieder das grandiose Bergpanorama gegenüber.

Der Steinbockweg zog sich dann auf etwa gleichbleibender Höhe das Languardtal entlang. Aber die Steinböcke ließen sich nicht blicken. In der Ferne entdeckten wir unser Ziel, den Piz Languard mit einer winzigen Hütte knapp unter dem Gipfel. Am Fuße des Piz Languard wurde es dann ernst. Noch einmal ging es etwa 550 m steil bergan. Auf einem schmalen Serpentinenweg kamen wir heftig ins Schnaufen. Hohe Stufen im letzten Drittel des Anstiegs verlangten uns die letzten Kraftreserven ab. Wir waren erschöpft aber glücklich unser Ziel, die Georgy-Hütte, mit 3183 m die höchste Hütte in Graubünden, nach 4 St. erreicht zu haben. Zu unserer Überraschung empfing uns ein Immenstaader vor der Hütte.  Auf die Frage nach dem Waschraum kam die unerwartete Antwort: „Es gibt hier oben kein Wasser!“ Also packten wir unser Waschzeug wieder weg und richteten uns im Matratzenlager ein. Danach hatten wir noch genug  Zeit bis zum Abend um uns umzuschauen und die herrliche Bergwelt von der großen Terrasse aus zu genießen. Attraktion waren 3 halbzahme Steinböcke, die sich furchtlos unterhalb der Terrasse aufhielten. Auf einmal wurde der Himmel dunkler und man hörte leises Grollen. Gott sei Dank kam kein Gewitter, aber es begann zu regnen, ein Segen für die Küche. Beim Schein von Petroleumkerzen wurde  uns das Abendessen serviert: Graupensuppe, Nudeln mit Fleischsoße und Parmesan und Obstsalat zum Nachtisch. Die Nacht war lang und unruhig, einige fanden wenig Schlaf. Zum Glück hatten wir warme Decken, denn draußen vor der Tür war der Regen zu Eis gefroren.

Nach dem Frühstück bezwangen wir noch in 15 Min. den Gipfel, den leider einige Wolken umwaberten. Danach begann ein langer und vorsichtiger Abstieg (ca. 1000m), unterbrochen von einer Kaffeepause in der Paradieshütte (2540 m), eine Wohltat für Bauch und Knie. 1 St. später erreichten wir die Alp Languard (2330 m) von der wir mit dem Sessellift nach Pontresina hinunter schwebten.

Unsere tüchtigen Fahrer holten die Autos und wir fuhren von Samedan eine schmale Straße über den Albualpass zurück nach Tiefencastel und ins Rheintal. Mit einem Abendessen in der Traube in Waggershausen ließen wir die beiden anstrengenden aber wunderbaren Tage ausklingen.

Vielen Dank Willi für die gute Organisation, die sichere Fahrt und die unvergesslichen Eindrücke und Erlebnisse einer anderen Welt.