Bericht über die Jagst - Radtour vom 3. - 5. Juli 2012

Die traditionelle Radtour der Ortsgruppe Immenstaad, DAV Sektion Friedrichshafen, führte dieses Jahr unter der Begleitung von Albert Endres an die Jagst. Wegen des unbeständigen Wetters musste der Start um zwei Tage verschoben werden. So trafen sich am Dienstag beim Bahnhof Friedrichshafen acht gut gelaunte, tatendurstige Rentner. Der Zug fuhr um 6.53 Uhr. Nach Umsteigen in Ulm konnten wir in Oberkochen schon um 8.44 Uhr loslegen.

Anstelle der Jagstquelle besuchten wir zuerst die Quelle des schwarzen Kochers. Der Quelltopf liegt schön am Hang, umgeben von Büschen und Bäumen. Von Unterkochen aus machten wir uns an den Aufstieg über die Höhen der Schwäbischen Alb und mussten etwa 170 Höhenmeter überwinden. Zum Glück war die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt und wir hatten sie für uns. Bei tief hängenden Wolken war es dazu angenehm kühl. Vorbei an der Kapfenburg ging es in flotter Fahrt hinunter in das Tal der Jagst nach Westerhofen. Der Fluss war dort noch recht schmal.

Bald darauf hatte einer der Teilnehmer einen Plattfuß im Hinterrad. Dank dreier „Mechaniker“ fand sich das Loch im Schlauch, wurde geflickt und die Luft hielt während der ganzen Tour. Die alte Residenzstadt Ellwangen erreichten wir kurz vor 14 Uhr. In einem Gasthaus mit Metzgerei konnten wir noch aus der gesamten Speisekarte auswählen. Gut gestärkt besichtigten wir die Basilika St. Vitus, fuhren durch die Innenstadt und weiter auf schönen Radwegen über Jagstzell nach Crailsheim. Am Ortseingang stoppten wir bei einem Café, dann ging es durch die Stadt zum Quartier im Gasthof „Bayerischer Hof“, 77 km. Sehr angenehm überrascht waren wir von den ruhig gelegenen Zimmern. Auch das Essen schmeckte gut. Ein abendlicher Verdauungsspaziergang führte uns über die Jagst in das Stadtzentrum.

Bei sonnigem Wetter starteten wir um 9 Uhr in den nächsten Tag. Zur ehemaligen Residenzstadt Kirchberg hinauf hatten wir den ersten größeren Anstieg. Oben machten wir eine Runde durch und um das Schloss, das heute als Altenheim genutzt wird. Danach ging es ein paarmal auf und ab. Kurz vor 12 Uhr erreichten wir Bächlingen unterhalb der Stadt Langenburg. Weil es recht warm geworden war, war nur einer der Teilnehmer bereit, hinaufzufahren. Die Gruppe wollte lieber zusehen, bald eine Gaststätte zu finden. Das erwies sich allerdings als schwierig. Der Landgasthof in Bächlingen öffnete erst um 17 Uhr, in Eberbach gab es zwar ein Hinweisschild, aber keinen Gasthof mehr. Auch die Gasthöfe in den nächsten 4 Dörfern hatten jeweils erst abends geöffnet. Als wir in Mulfingen einen Edeka-Markt sahen, wollten wir uns dort etwas zu essen besorgen, kamen aber um 13 Uhr genau in die Mittagspause. Mit leerem Magen erreichten wir gegen 14 Uhr Dörzbach. Dort sollte ein Heuhotel offen sein. Auf dem Weg dahin kamen wir zu einer Tankstelle, in der es auch eine Bäckerei gab. Da ließen wir das Mittagessen sausen und stärkten uns gleich mit Kaffee, Kuchen usw. Später sahen wir, dass auch das Heuhotel offen gehabt hätte.

Über den Weinort Klepsau erreichten wir Krautheim, das von einer Burgruine der Staufer überragt wird. Dort machten wir eine längere Pause. Wer wollte, konnte zur Burg hochsteigen, die Burgkapelle und die Ausstellungen im Palas besichtigen und vom Bergfried einen Blick auf das Jagsttal werfen. Interessant war auch noch die neben der Burg liegende katholische Kirche, wo ähnlich wie bei St. Jodokus in Immenstaad ein Neubau die alte Kirche integriert hat.

Gegen 17 Uhr waren wir nach 76 km am Ziel in Westernhausen. Beim Gasthof „Ochsen“ konnte man herrlich im Freien sitzen und den Abend genießen. Beim guten Wein vom Kochertal tauchte dann die Frage auf, ob bei über 500 Höhenmetern, die wir gefahren waren, die Jagst nicht aufwärts fließe.

Auch am dritten Tag waren alle noch fit und reisefreudig. Nach wenigen km kamen wir zum ehemaligen Zisterzienserkloster Schöntal und waren von der gewaltigen Barockkirche beeindruckt. In Jagsthausen führte ein kurzer Abstecher zur Götzenburg. Dort ist der Innenhof für die Aufführungen des „Götz von Berlichingen“ und anderer Theaterstücke bestuhlt. Die Anlage machte einen guten und gepflegten Eindruck.

Auf schönen Radwegen erreichten wir als nächstes Möckmühl. Die Route führte uns mitten durch den historischen Stadtkern mit Fachwerkhäusern und Stadtmauern. In Neudenau gab es einen sehr schönen Marktplatz mit fränkischen Fachwerkbauten zu sehen. Dann rauschten wir durch bis Jagstfeld. Zum Mittagessen klappte es diesmal mit einer Gaststätte schon beim 3. Versuch. Im Gasthof „Sonne“ konnten wir die Fahrt nach 54 km bei einem guten Essen und Blick auf den Neckar nahe der Mündung der Jagst beschließen. Insgesamt haben die Radler ab Immenstaad rund 220 km zurückgelegt.

Es waren schöne Tage in einem idyllischen Flusstal mit einer recht harmonischen Gruppe. Wir danken vor allem Albert, der umsichtig geleitet und ein glückliches Händchen bei der Auswahl des Wetters und der Übernachtungen bewiesen hat. Friedrichshafen erreichten wir gegen 18.30 Uhr. Dort trennten sich drei Teilnehmer. Für die Radler nach Immenstaad kam dann in Fischbach doch noch der Regen. Zuerst stellten sich alle unter. Dann fuhr einer weiter und erwischte noch das Hauptgewitter, auch der Nächste startete zu früh und bekam Regen ab. Die letzten Drei tranken in Fischbach noch ein Bier und kamen trocken heim.

Peter Just