Bericht zur Bergtour auf den Litnisschrofen (2068 m) im Tannheimer Tal am 17. Juni 2012

Der dritte Anlauf hat geklappt.

Als Zugezogener in Immenstaad (Januar 2012) habe ich meiner ersten Bergtour entgegengefiebert.

Die erste Tour zum Immenstädter Horn endete in einem Café bei Cappuccino wegen Dauerregens.

Die nächste Tour zum Giren-, Heiden- und  Sipplinger kopf habe ich erst gar nicht versucht wegen schlechten Wetters.

Am 16. Juni nun rief ich beim Tourenbegleiter Heinz Troll an. Er sagte mir, es hätte sich bis jetzt noch keiner für die Tour angemeldet. Es wäre möglich, dass alle an dem Berggottesdienst teilnehmen würden. Abends kam dann sein Anruf, es wären doch vier Leute zusammengekommen, die Tour  würde stattfinden.

Sonntagfrüh um 6.30 Uhr bei schönstem Wetter ging es dann los. Nach 1,5 stündiger Anfahrt wurden die Bergschuhe geschnürt, der Rucksack geschultert und auf ging`s! Um schneller Höhenmeter zu machen, wurde keine Abkürzung ausgelassen; so kamen wir schnell voran und erreichten die ersten Almen. Hier wurde der Weg leichter und man konnte  wieder etwas Kraft sammeln bei  einer kurzen Pause.

Nun wurde das letzte Stück in Angriff genommen. Zuerst noch durch Latschenkiefer, dann ins freie Gelände, den Gipfel immer im Blick.  Vor dem letzten  Einstieg zum Gipfel, welcher durch Ketten gesichert war, musste ich feststellenm, dass aufgrund der zu Anfang erwähnten ausgefallenen Touren mein Akku allmählich leere wurde. Ich bot den anderen an hier auf sie zu warten.  Sie sollten den Gipfel ohne mich machen, um nicht später der Gruppe ggf. zur Last zu fallen. Heinz meinte aber so kurz vor dem  Ziel aufzugeben, das sollte ich mir noch mal überlegen.   Er würde mit jetzt ein Dopingmittel geben (Traubenzucker). Es wäre bis hierhin alles so gut gelaufen, das würde ich schon packen.  Es wären nur noch ca. 70 bis 80 Meter (keine Höhenmeter).

Also denn: Ich zog mir die Handschuhe an, um mich nicht an der Kette zu verletzen  und evtl. wegen verschwitzter Hände abzurutschen. Mit einiger Verschnaufpausen an der Ketten ging es aber besser als ich angenommen hatte. Man ließ mir sogar den Vortritt, um als erster von uns am Gipfel zu sein. Bei einem tollen Rundblick haben wir uns dann für den Abstieg gestärkt. Man kann sagen, die Mühe hat sich gelohnt!

Der Abstieg ging schnell und leichter. Auf einer Alm kehrten wir ein, um den Flüssigkeitshaushalt wieder etwas auszugleichen. Bei einem letzten Blick auf den Gipfel stellten wir fest, dass dieser schon komplett in Wolken gehüllt war. Am Auto angekommen kühlten wir unsere Füße in einem klaren Bergbach. Eine Wohltat.

Abschließend möchte ich bemerken, dass ich von der Gruppe sehr gut aufgenommen wurde. Ich fühlte mich sehr wohl, wenn gleich ich als Rheinländer manchmal etwas Probleme hatte, den Dialekt zu verstehen. So ging ein schöner Tag zu Ende, auf den ich auch ein bisschen stolz war. Wir gingen auseinander mit der Zusage, dass ich bei weiteren Touren willkommen wäre.

Ludwig Kleef