Bericht über die Bergwanderung auf das Kriegerhorn

Pünktlich um 07.30 Uhr starten wir am Sonntag, den 11.9.2011 vom Rathausplatz mit 2 PKW, nehmen in Eriskirch noch die kalifornische Ute (auf Deutschlandurlaub) mit und freuen uns über strahlend blauen Himmel und den noch fast leeren Pfändertunnel auf der Fahrt nach Lech.

Gegen 10.00 Uhr sind die beiden Autos in der (im Sommer kostenlosen) Tiefgarage bei der Kirche in kühler Umgebung abgestellt und wir warten auf den Ortsbus nach Zug, um bis nach Egg zu fahren. Dort wird gerade ein sommerliches Fest vorbereitet, aber wir wollen ja zur Gipfelflur aufsteigen. Wir starten bei dem ersten Schnitzkunstwerk und folgen einer Etappe des Grünen Rings, einem neu angelegten Sagenweg rund um Lech. Unser Anstieg durch den Waldgürtel führt uns schmunzelnd oder rätselnd an den nächsten Holzkunstwerken vorbei. Die sich ablösenden Schuhsohlen bei gleich zwei! Teilnehmern erfordern mehrere Zwangspausen und Improvisationstalent: Gürtel, Klebeband und halbierte Schnürsenkel erlauben dann aber den weiteren Anstieg  und auch der Abstieg verläuft reibungslos.

Unterwegs werden einige der Figuren Antony Gormleys interessiert in Augenschein genommen. Bei der Balmalpe entschließen sich drei Damen für den direkten Weg zur Kriegeralpe. Der Rest nimmt noch die letzten Höhenmeter zum Kriegerhorn in Angriff. Dort genießen wir die überwältigende Rundumsicht und den Blick auf Lech. Emil kann zahlreiche der gefühlten 200 Gipfel benennen, die sich uns bei bester Fernsicht präsentieren. Auf der Kriegeralpe trifft man sich wieder und der weitere Abstieg führt uns durch das Naturschutzgebiet Gipslöcher.

Leider ist die Blüte (Juli bis Mitte August) der hier besonders häufigen einheimischen Orchideenarten schon vorüber und wir bestaunen dann die tiefen trichterförmigen Einbrüche („Dolinen“). Sie gehen auf gut 200 Mill. Jahre alte Ablagerungen im damaligen Mittelmeer zurück. Nach Faltung und Hebung der Alpen wird der Gips nun durch das versickernde Niederschlagswasser im oberflächennahen Untergrund aufgelöst und die überlagernden Schichten brechen dann nach, wenn die Hohlräume so groß geworden sind, dass die Decken nicht mehr tragen.

In Oberlech legen wir noch eine kleine Kaffeepause in dem sehr schönen Gasthaus Goldener Berg ein und zum Abstieg nehmen die Genießer dann den Lift und die anderen den Weg neben der Rodelbahn.

Gegen 18.00 sitzen wir schon im Biergarten beim Schloss Helmsdorf – aber nach 10 Minuten fegen uns die ersten Gewitterböen ins trockene Gewölbe und die fröhliche Runde dankt Inge Polap zum Schluss für die Auswahl und gute Führung der Tour.

Eberhard Dahms