Bericht zur Pfänderradtour am 28. 08. 2011

Das Weinfest zeigt Auswirkungen. Nur 5 Radler starten von Alberts Hof per Autos – die Räder huckepack – zum Parkplatz am Strandbad Eichwald in Lindau. Wetter: Sonne pur – doch der Fahrradcomputer zeigt 13°C, d. h. Bekleidung – langärmlig, langhosig. Wir radeln nach Bregenz auf dem Uferweg – rechts von uns – niemand im Wasser. Warum wohl?

Unser eigentlicher Startpunkt ist der Vorplatz vom Pfänder – Gipfelrestaurant. Um nach oben ein wenig Zeit zu sparen, nehmen wir diesmal doch die Seilbahn. Angekommen, treffen wir unsere Häfler Mitradler/innen (2+2), nun sind wir komplett, also 9.

Der Schreiber ist immer noch so begeistert, dass er nun etwas gänzlich Unübliches tut. Er plaudert hier schon das aus, was eigentlich ans Berichtsende gehört: Diese Radtour war schlicht ein Traum.

Bei idealen Wetterbedingungen durchs noch sommerliche Allgäu zu radeln, die ungezählt vielen Ausblicke ins blitzsaubere Land zu genießen bei einer kristallklaren Fernsicht …

Zurück auf den Pfänder. Albert macht noch ein Foto von der Gesamttruppe – man weiß ja nie? Danach das bei unseren Touren sich stets wiederholende Ritual – Albert tritt vor die versammelte Truppe mit der “bangen“ Frage: Und wer schreibt den Tourbericht? Und wieder stets das gleiche Ritual: Alle treten - in großer Eintracht - gleichzeitig einen Schritt zurück, damit die Freiwilligen sofort und eindeutig erkennbar sind. Also, das Thema wird auf später verschoben. Danach wieder Albert: Einige fahrtechnische Verhaltensinfos und auf geht‘s.

Die Fahrstrecke verläuft anfangs besonders kurzweilig – kurvig, wellig. Emil zeigt heute nur moderat die bekannten Bergaufsprints und Franz, der Kippenhuser, äußert beim Vorbeifahren an einigen Minisennereien viel zu zaghaft seine Käse-Kaufabsichten.

Wir erreichen Scheidegg. Direkt vor der Kirchenmauer von „St. Gallus“ hat‘s einen eingefassten Brunnen mit Bänken drumherum – ein idealer Rastplatz. Kurzvesper mitgeführter Energieriegel, Obst + Trinkflasche. Anschließend ein Kurzbesuch der Kirche - Rokoko – wirklich sehenswert.

Vor dem Neustart kommen schon mal einige Jacken und Beinlinge in`s Gepäck. Der Weg nach Lindenberg ist relativ kurz – nach einer verwinkelten Ortsdurchfahrt beginnt eine ehemalige Bahntrasse – nach des Schreibers Uralt-Kompass-Wanderkarte nur für den Bahnfrachtverkehr zugelassen – heute umfunktioniert als – man könnte sagen – “Radweg für Herzkranke“: Glatt asphaltiert, besenrein und konstant leicht fallend bis hinüber nach Röthenbach. Einfach himmlisch! Die obere Argen wird nun unsere Begleiterin, es geht flott dahin zur Mittagsrast: Gaststätte Malleichen. Alleinstehend, rundrum grün (was sonst), Biergarten mit großen Schirmen und rustikalem Mobiliar darunter. Wir sind nicht die einzigen Radler hier. Kompakte Speisekarte: Beliebt sind Kässpätzle + Radler. Am Tisch – alle Gerichte durchweg halbe Portion – Rentner!

Natürlich hat`s auch ein Gasthaus – fast historisch alt. Der Schreiber wirft einen Blick in die heute nahezu leere Gaststube: Holz total – unten, oben, rundherum und alles topsauber, fast ein Juwel! Aber Achtung: Der Schreiber, knapp mittelgroß, hat nur eine Handbreit Luft zwischen Scheitel und Holzdecke! Man stelle sich vor: Dirk Nowitzki hier, 2,13 m hoch – welch ein Spaß, falls er nicht im Türrahmen stecken bleibt.

Wir fahren weiter an der oberen Argen entlang, vorbei an Eglofstal, hinein nach Wangen. Wir sind gut in der Zeit, also, eine weitere Rast ist locker drin. Wo? Unter den Sonnenschirmen vom Hinder Ofen Cafe (Originaltext). Albert inspiziert und lobt danach das Torten-Buffet, doch das Echo ist dünn – Kässpätzle liegen halt ausdauernd im Magen.

Wir fahren weiter an der oberen Argen entlang, durch Engetsweiler, Stockenweiler, Hergensweiler – und es „weilert“ sich noch weit häufiger rechts und links unseres Weges. Wir wechseln ins Leiblachtal, unterqueren die Autobahn und sind nach gut 70 km zurück auf unserem Parkplatz.

Das war die Supertour – ein herzlicher Dank von allen gilt dem Albert. Die Räder sind bald versorgt – nur eine Frage bleibt weiterhin offen: Wer schreibt eigentlich den Bericht? Albert erschrickt regelrecht, das Thema hat er schlichtweg vergessen! Fairerweise tritt hier der Schreiber nicht mehr einen Schritt zurück – so - das war nun mein Bericht.

Raimund Hause