Bericht über die Bergtour zu Säntis und Altmann

Man sieht sie fast täglich vom Bodensee aus, aber eine Besteigung der beiden Berge ist schon etwas anderes. Als am 1./ 2. August 2011 vom DAV Friedrichshafen Ortsgruppe Immenstaad eine Tour auf diese Berge unter Begleitung von Hermann Gehweiler angeboten wurde, fanden sich am Parkplatz der Schwägalp auf 1352 m Höhe 9 Teilnehmer (darunter 3 Frauen) ein.

Bei bewölktem Wetter machten wir uns gegen 13 Uhr an den Aufstieg. Schon auf dem Grashang bis zu den Felsen kamen wir gehörig ins Schwitzen, der Weiterweg zog sich recht interessant den Berg hinauf. Nach einer Rast beim Gasthaus Tierwies auf 2085 m sahen wir den gewaltigen Gipfelaufbau jetzt unmittelbar vor uns und kämpften uns Meter für Meter nach oben. Wir kreuzten die Seilbahn bei der Stütze 3 und konnten von Weitem auch einem Steinbock zusehen. Das letzte Stück führte dann drahtseilgesichert steil hinauf zum Gipfel mit seinen Bauwerken. Dort erreichten wir die Zivilisation wieder mit Kiosk, Restaurant, Lift und vielen Touristen.

Die Gruppe hatte sich bei dem langen Anstieg über 1150 Höhenmeter etwas auseinandergezogen, doch plötzlich waren alle wieder beieinander. So marschierten wir gemeinsam zu unserem Quartier, dem Berggasthaus „Alter Säntis“ etwas abseits ca. 40 m unterhalb des Gipfels (2502 m). Angesichts des Schweizer Nationalfeiertags herrschte reger Besuch. Nach Bezug des Matratzenlagers buchten wir Halbpension und bekamen ein sehr gutes und reichhaltiges Abendessen.

Die Aussicht vom Gipfel hielt sich in Grenzen, man sah zunächst nur die nächsten Berge, am Abend wurde es klarer, doch der Bodensee war nicht zu sehen. Sonnenuntergang war um 21.05 Uhr, den aber die Gruppe beim Kartenspiel „Schwimmen“ erlebte. Später konnte man die verschiedenen kleineren Feuerwerke zum Nationalfeiertag in den Tälern sehen und die besondere Abendstimmung auf einem Gipfel genießen.

Nach ruhig verbrachter Nacht und einem guten Frühstück starteten wir um 8 Uhr bei sonnigem Wetter über den Lisengrat. Mit neuen Drahtseilen war er sehr gut versichert. Den Altmann (2436 m) bestiegen nur 6 Teilnehmer. Mit etwas Vorsicht war der Aufstieg gut zu machen. Auf dem Hauptgipfel standen wir dann zu viert. Ich selbst habe diesmal beim dritten Anlauf dank der Unterstützung der anderen den Grat zum Hauptgipfel überwinden können. Die Aussicht war klarer als vom Säntis, herausragend aus dem Gipfelmeer waren die Schesaplana, der Tödi und der Glärnisch.

Vom Altmannsattel wanderten wir den Kamm entlang Richtung Wildhuser Schafberg. Dabei gab es immer wieder auch hübsche Alpenblumen zu sehen. Nach einem letzten Anstieg zum Schafbergjoch, ca. 2200 m, sahen wir tief unter uns Wildhaus 1090 m und die Gamplüt Bergstation ca. 1370 m liegen. Der Abstieg erfolgte zwar über Grashänge, aber er zog sich hin und ging allen in die Knie. Irgendwann haben wir dann doch das Berghaus Gamplüt erreicht und konnten uns mit Getränken, Kaffee und Kuchen stärken.

Für die letzten Höhenmeter nach Wildhaus hinunter gab es entweder die Seilbahn oder die Trottinette, ein Roller, bei welchem man auf einem Rohr sitzt. Zu viert nahmen wir die Roller.

Es wurde uns eingeschärft, ja nicht schneller als 15 km/h zu fahren, weil landwirtschaftliche Fahrzeuge auf der Strecke unterwegs sein könnten. Ein Tacho war aber nicht vorhanden. Ausgerüstet mit Helm fuhren wir nach einem kurzen Schiebestück einzeln und gemächlich auf geteerten Sträßchen ins Tal hinab, wirklich ein genussvoller Abschluss der Tour.

Die Trottinetten wurden bei der Talstation abgegeben. Am Ortseingang erwarteten uns schon die beiden ältesten Teilnehmer der Tour, die sich den kurzen Aufstieg zum Schafbergjoch gespart hatten, dafür aber 200 m mehr absteigen mussten. Trotz der Abstiegshilfe mit Seilbahn/Trottinette kamen wir an diesem Tag neben 500 m Aufstieg zu 1600 m Abstieg. Mit einem Linienbus ging es von Wildhaus zur Schwägalp zurück. Bei einer Einkehr konnten wir dann auf den erfolgreichen Abschluss der Tour anstoßen.

Die beiden Tage waren anstrengend, boten aber eine großzügige Überschreitung des Alpsteinmassivs mit den Hauptbergen Säntis und Altmann. Hermann Gehweiler danke ich im Namen aller Teilnehmer herzlich für die Ausarbeitung und Begleitung dieser schönen Tour.

Peter Just