Bericht über die Radtour am 8. Mai 2011

Kurz vor 09.00 Uhr starten wir vom Rathausplatz Richtung Friedrichshafen und nehmen die Fähre nach Romanshorn. Nach gemütlichem Plausch beim zweiten Morgenkaffee auf der Fähre radeln wir um 10.30 Uhr schon durchs hügelige „Mostindien“ mit den schönen Streuwiesen. Einige der alten Apfelhochstämme blühen noch. Um 11.00 Uhr bewundern wir das stilvoll restaurierte Wasserschloss Hagenwil (Ersterwähnung 1227). Unser Ziel, das 37. Floßrennen auf Sitter und Thur im schönen Thurgau ist bei uns wohl nicht so bekannt, als dass es für einen Muttertags-Familienausflug taugen könnte. Es kann – und wie!

Gegen 11.30 geht es flott bergab ins Tal der Sitter und wir hören schon von fern den Jubel der Zuschauer auf der Brücke und an den Ufern. Hier bei Degenau werden die Flösse zu Wasser gebracht (Start) und jedes wird per Lautsprecher angekündigt: ob „Rennklasse“ oder „Originalitätsklasse“, die ob ihrer fantasievollen Gestaltung besonders begeistert begrüßt werden. Die Rennklassen sehen den Drachenbooten ähnlich (die hier auf dem See mit ihrem Trommelschlagen auffallen) und dann zusätzlich zur schnellen Strömung auch noch heftig die Stechpaddel einsetzen – da geht es dann nach Zeit (1h 20min  brauchte der schnellste für die 12 km, www.flossrennen.ch) und nicht nach Schönheit. Hermann Gehweiler, der die Tour ausgetüftelt hat und führt sagt: „Kommt mal weiter, es wird noch besser“.

Punkt 12.00 bewundern wir das schöne Rathaus von Bischofszell (1750) mit seinen schmiedeeisern vergoldeten Fenstergittern und fahren dann hinunter ans Sitterufer, um das Spektakel am Wehr der alten Papiermühle mitzuerleben: hier stürzen die Flösse etwa 3,5 m über die Kante. Die Mannschaften müssen aussteigen, das Floss per Seil festhalten und nach dem Loslassen unten auch wieder abfangen. Dann klettern alle wieder an Bord. Beim Weiterfahren darf auch keiner verloren gehen. Wenn ein Teilnehmer über Bord geht wird den am Ufer sitzenden Zuschauern ein Seil  zugeworfen und die halten das Floss so lange fest, bis der Über-Bord-Gegangene wieder an Deck geklettert ist. Das passiert öfter, weil die Flösse in den Stromschnellen manchmal auch an Felsblöcke stoßen. Am Gübsen(stau)see bei St. Gallen ziehen sie extra das Wehr auf, damit die Flösse immer „die handbreit Wasser unterm Kiel“ haben.

Das ist ein großes Volksfest und ein sehr beliebter Ausflug zum Muttertag – „mit Kind und Kegel“ fährt der ganze Thurgau da hin! Wir genießen die Stimmung und die guten Bratwürste und treten ausgeruht die Weiterfahrt über den Seerücken Richtung Konstanz an – schon den See und das heimatliche Nordufer im Blick. Nach der Überfahrt mit der Fähre machen wir gegen 16.00 noch einen letzten Stopp an der Haltnau. Unter dem Nussbaum direkt am Wasser bei einem kühlen Weizenbier bedanken wir uns bei Hermann Gehweiler für die abwechslungsreiche Tour.

Eberhard Dahms