Radtour ins Nördlinger Ries und ins Altmühltal

Teil 1

Am 4. Juli brachen 7 Radlerfreunde (6 Männer, eine Frau) mit ihrem Tourenführer Wolfgang Nosse, davon 3 mit Pedelec, zu einer 4-tägigen Radtour ins Nördlinger Ries auf. Ausgangspunkt war Marxheim bei Donauwörth – hier mündet die Lech in die Donau. Alle Räder wurden auf dem Hänger sicher verstaut und von unserem Radlerfreund Albert Endres sicher nach Marxheim transportiert. Gegen 13:00 Uhr saßen wir alle auf den Sätteln und wir konnten in die Pedale treten.

Unser Programm sah 4 Etappen vor. Die erste Etappe führte von Marxheim ein kurzes Stück der Donau entlang bis Donauwörth, dann der Wörnitz entlang  nach Harburg und weiter nach Nördlingen zu unserem ersten Übernachtungsort. Die zweite Etappe führte über Wemding nordöstlich aus dem Ries heraus über den bergigen Kraterrand zum 2. Ziel Treuchtlingen, einem der großen deutschen Eisenbahnknotenpunkte. Die 3. Etappe führte durch das berühmte Altmühltal in die Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt. Die Schlussetappe führte dann ein kurzes Stück wieder zurück ins Altmühltal bevor wir dann in Dollnstein in das Urdonautal nach Süden bogen. Nach Erreichen der Donau in Rennetshofen fuhren wir westwärts bis Marxheim wo wir müde aber gut gelaunt unser Tourenende erreichten. Insgesamt haben wir ca. 200 km zurückgelegt.

Erster Halt war in Donauwörth, hier haben wir unseren Hunger nach der 3 stündigen Anfahrt gestillt. Gut gestärkt ging es dann entlang der Wörnitz Richtung Nördlinger Ries. Nach leichten Steigungen erreichten wir das Ries – diesen riesigen Meteoritenkrater und gegen 16:00 waren wir in Nördlingen. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen bezogen wir unser Quartier. Nach einer kleinen Erholung brachen wir zum ersten Rundgang auf. Im Biergarten der „Sonne“ nahmen wir unser Abendessen ein. Gut gestärkt ging es dann zur berühmten Nördlinger Stadtmauer die mit ihren 4 Portalen die Stadt umgibt. In ca. 5 m Höhe umrundeten wir in einer Stunde in luftiger Höhe die Stadt. Nördlingen ist ein Juwel mit tollen hergerichteten mittelalterlichen Häusern. Es gibt auch eine schöne Fußgängerzone mit vielen Biergärten und Straßencafés die zum Verweilen einladen. Allerdings ist diese Zone als Spielstraße getarnt – abends fahren hier die Nördlinger Jungs in ständigen Rundfahrten ihre heißen Schlitten spazieren und machen auf sich aufmerksam.
Am nächsten Morgen konnten wir dann noch die St. Georgskirche mit ihrem schönen Turm – dem „Daniel“- besichtigen ehe wir zum Rieskrater-Museum aufbrachen. Dieses Museum zeigt sehr anschaulich und informativ die Geologie und Entstehung des Kraters und die gefundenen Meteoritenteile.

Gegen 11 Uhr ging es auf die zweite Etappe. Erster Stopp war Wemding – auch eine mittelalterliche und barocke Kleinstadt. Es war inzwischen Mittag und wir hofften endlich auf bayrische Weißwürste. Doch weit gefehlt – in Franken kennt man dieses Gericht so gut wie nicht. Das haben wir schon in Donauwörth erfahren und so war es auch in den anderen Stationen. Dafür gab es oft Fränkische Bratwürste – eine Art Bauernbratwurst. Wir machten noch einen Abstecher zur Wallfahrtskirche „Maria am Brünnlein“ – das Wasser soll gegen Augenleiden helfen.

Der zweite Tag war dann unsere Bergetappe. Der Weg führte von Wemding in nordöstlicher Richtung aus dem Ries heraus zum Kraterrand der dann über viele Steigungen und einsame Gegenden zu überwinden war. Für die Pedelec-Fahrer ein leichtes – für die Tourenradfahrer war viel Kondition und Schweiß gefordert bis wir die Kraterhöhe erreichten und dann die Abfahrt nach Treuchtlingen genießen konnten. Mit Eiskaffee und Heidelbeerkuchen haben wir uns nach der Ankunft gestärkt  ehe wir uns den Schweiß von der Haut duschten. Die Etappe hat richtig Appetit gemacht – im Grünen Baum – einem zünftigen und gut besuchten Biergarten – haben wir uns dann mit fränkischen Gerichten gestärkt. Ein Rundgang an der Altmühl mit einem Stopp an der toll renovierten Dampflokomotive schloss sich an. Wir beschlossen den schönen und heißen Tag in einem schönen (italienischen) Straßen- und Eiskaffee mit Bier, Wein und Eisbechern. Höhepunkt war der Eisbecher „Sommertraum“ – Viel Eis, viele tolle frische Früchte mit etwas Sahne zeichneten diesen Eisbecher aus – er war ein optisches Highlight und hat einfach toll geschmeckt.

Teil 2 folgt – Hans Kesenheimer

Teil 2

Am Donnerstag ging es bereits um 9 Uhr weiter. Es ging jetzt weiter ins Altmühltal.  Unser Franz hatte uns am Vortag auf den berühmten Karls-Graben und die in der Nähe liegende europäische Wasserscheide aufmerksam gemacht. Dazu ging es zuerst mal 4 km flussaufwärts. Hier erfuhren wir erstaunt vom mittelalterlichen Kanalprojekt von Karl dem Großen der die Altmühl mit der Rezat verbinden wollte. Ca. 500 m Kanal kann man noch sehen – der Rest ist verschüttet. Das ausgehobene Erdreich wurde links und rechts zu Dämmen angehäuft – allerdings rutschte es ständig ab. Ob der Kanal – an „Schleusen“ sollten die Schiffe hochgezogen werden und in den weiterführenden Kanal gebracht werden – jemals in Betrieb war, darüber streiten sich die Gelehrten noch. Aber es gehörte viel Mut dazu ein solches Projekt zu starten. Auch ein anderer Kanal wurde im 19. Jahrhundert gebaut – nach Aufkommen der Eisenbahn musste er aber wieder schließen. Heute gibt es den Main - Donau – Kanal.

Dann ging es endlich flussabwärts. Vorbei an Pappenheim (wer kennt den Spruch,  mit den Pappenheimern nicht?) ging es nach Solnhofen - einem weiteren geologischen Highlight dieser Gegend. Hier gibt es einen berühmten Schiefersteinbruch.  Nicht nur tolle Natursteinfliesen werden daraus gewonnen. Viele Versteinerungen kann man in diesen Schieferplatten finden.  In einem Museum sind viele tolle Fundstücke zusammengetragen – Fische, Vögel, Farne, Schildkröten etc. in allen Größen sind zu sehen. Auch stammt aus dieser Gegend die Erfindung der Lithographie – die Schieferplatten eignen sich hervorragend als Druckstöcke.  Nach einer kleinen Stärkung ging es dann an den berühmten 12 Aposteln vorbei weiter im Altmühltal nach Dollstein ehe wir Obereichstätt – die Heimat unserer Radlerfreundin Walburga - erreichten. Hier besuchte und übernachtete sie bei ihrem Bruder. Wir fuhren dann weiter nach Eichstätt. Nach Kaffee und Kuchen am Domplatz ging es weiter zum Ratskeller unserem Hotel. Beim Abendessen in der „Trompete“ genossen wir im Biergarten wieder bayrisch – fränkische Kost. Auch Walburga kam von Obereichstätt vorbei – nach dem Essen gab es von ihr eine kleine Stadtführung – danke an Walburga.

Nach dem Essen genossen wir noch einen Verdauungsschnaps. U.a. gab es einen fränkischen Hochmoor-Geist, der nach Flambieren seinen typisch nussigen Geschmack erreicht. Hier muss man höllisch aufpassen, dass man nichts verschüttet – sonst verbrennt man sich die Finger wie einer von uns schmerzlich erfahren musste - und naheliegende Servietten gehen leicht in Flammen auf.

Am Schlusstag war es trüb und erste Regentropfen erwarteten uns. Wir starteten früh in Richtung Marxheim. Zuerst ging es im Altmühltal wieder flussaufwärts bis Obereichstätt. Hier holten wir Walburga wieder ab. Weiter radelten wir bis Dollstein ehe wir das Altmühltal verließen und ins Urdonautal einbogen. Ja – wer kannte denn das Urdonautal – heute ohne Donau?

Auf einer früheren Eisenbahntrasse ging es nun der Donau entgegen. Heute mussten wir öfters mal in unsere Regenkleider schlüpfen – auch ein halbstündiger Stopp und Schutz am Waldrand während eines Gewitters unterbrach unsere Tour. Dann ging es auf ebenen Wegen weiter. Inzwischen war es Mittag geworden und wir stoppten nach einem kleinen heftigen Anstieg in der Schlosswirtschaft von Bertoldsheim - der Radweg führte extra vom Tal zur Schlosswirtschaft hinauf. Wir wurden mit einem wunderbaren Ausblick auf das Donautal und einer bayrischen Brotzeit belohnt. Dann ging es gut gestärkt entlang der Donau nach Marxheim unserem Startpunkt. Unsere Autos erwarteten uns und nach Verstauen der Räder auf dem Anhänger ging es heimwärts.

Eine Radtour mit 4 tollen harmonischen und erlebnisreichen Tagen ging zu Ende. Wir danken unserem Tourenführer Wolfgang sehr herzlich für das Ausarbeiten aber auch für das Vorweg-Abfahren der Tour mit seiner Frau Brigitte. Mittels vorbereiteter GPS Karten und seinem Navigationsgerät und dank seiner Ortskenntnis führte uns Wolfgang sicher durch die einzelnen Etappen. Wir freuen uns schon auf die nächste Tour und sind gespannt wo es dann hingehen wird. Ein Dank nochmals an Albert Endres der sich bereit erklärt hatte mit seinem Auto den voll bepackten Fahrradhänger  zu ziehen.

Hans Kesenheimer