Besichtigung Keltenmuseum und Heuneburg in Herbertingen/Hundersingen/Donau am Samstag,13. Mai 2017

Für den Nachmittag waren einzelne Schauer angesagt, aber wir starten frohgestimmt mit Sonne im Herzen und am Himmel.

In Hundersingen ist die ehemalige Zehntscheuer des Klosters Heiligkreuztal zum Keltenmuseum umgebaut worden. Den neuesten Fund bekommen wir leider noch nicht zu sehen, weil die Sonderausstellung erst am morgigen Sonntag eröffnet wird: „Der Reiter von Unlingen“ (Ldkrs.Biberach) eine kleine Bronzestatuette, die einen Reiter auf einem Pferd zeigt, das vorn und hinten einen Kopf hat. Im Museum werden Fundstücke aus der Heuneberg Region gezeigt und ihre Herstellung und der Gebrauch erläutert. Die Bronzezeit brachte die erste stärkere Besiedelung und mit der Eisenzeit (Späthallstatt) begann um etwa 620 v. Chr. die große Zeit der Heuneburg.

Diese Siedlung wurde schon planmäßig gebaut und erinnert an etruskische und phönizische Vorbilder aus dem Mittelmeerraum. Auf dem Burgbergplateau umschloss eine mehrere Meter hohe „Lehmziegelmauer“ fast die gesamte bebaute Fläche wie eine Stadtmauer. Um die Mitte des 5. Jh. v. Chr. erwähnt der Griechische Geschichtsschreiber Herodot die „Keltenstadt Pyrene“ an der Oberen Donau. Die Heuneburg könnte daher die älteste „stadtartige“ Siedlung nördlich der Alpen gewesen sein. Die Lage war verkehrsgünstig an der Donau, an Fernverkehrswegen, nach Norden für den Bernsteinhandel und nach Süden für die feinen Keramiken aus Athen und Wein in Amphoren aus Massalia (dem griechischen Marseille).

Bei der kurzen archäologischen Wanderung vom Museum zur Burg sehen wir uns zwei der großen Grabhügel an. Einige dieser Hügel hatten bis zu 13 m Höhe und bis zu 70 m Durchmesser und dienten für mehrere Personen als Grabstelle, auch für Urnenbestattungen. Zum Schluss sehen wir uns die in Originalgröße rekonstruierten Wohn- und Werkstatthäuser, das große „Herrenhaus“ und das Eckbauwerk der Lehmziegelmauer an. Bei den Bauwerken der Burg wurde nur für Sockel oder Fundamente Naturstein verwendet. Die Wände der Wohnhäuser, Werkstätten und Speicher waren aus Lehmfachwerk.

Für den lehrreichen Tag bedanken wir uns bei Günter Wolf bei einem gemütlichen Abendessen im Adler in Hefigkofen.

Eberhard Dahms