Tourenabschluss der Alpenvereinsgruppe Immenstaad am 15. und 16.10.2016

Um die Sommersaison der Ortsgruppe abzuschließen, wählten Brigitte und Wolfgang Nosse das Montafon in Vorarlberg. Schon der Name Montafon (lateinisch „mons“ Berg, Gebirge, Fels) zieht jedes Jahr tausende Urlauber in seinen Bann und ist Garantie für einen erholsamen, sportlichen Urlaub. Dieses Ziel zog daher eine homogen besetzte Gruppe Bergfreunde aus Immenstaad an und enttäuschte ihre Erwartungen nicht. Das Wetter spielte voll mit, gewährte uns allen hinsichtlich der Nah- und Fernsicht eine Augenweide und hob die Stimmung der Gruppe. Dazu kam noch die hervorragende Versorgung durch unser Damenteam unter Leitung von Brigitte im Quartier in Gaschurn. Alle Gaumenfreuden wurden befriedigt, ob Kaffeestunden mit besten Kuchen, ob Racletteabend mit allen erdenklichen Zutaten und Getränken. Man sagt „Leben wie Gott in Frankreich“; ich sagte „Leben wie Gott im Montafon“!  Auch die Berglieder mit gekonnter Gitarrenbegleitung von Anette Koyro gaben dem Abend seine gemütliche Note und verlängerten ihn angenehm.

Nun zu unseren Touren: Am Samstag spaltete sich die Gruppe in Bergsteiger und Talwanderer. Letztere gingen auf dem Fußweg bis St.-Gallenkirch und wanderten auf dem Illweg wieder zurück nach Gaschurn. Die Bergsteigergruppe nahm den steilen Aufstieg östlich von Gortipohl zum Montiel-Maisäß. Dunkle Waldstrecken wechselten mit freien Wiesenflächen, die jeweils fantastische Blicke zu den Felsspitzen des Rätikons und auf die Gletscher der Silvretta freigaben. Maisäß geht auf einen Dreiklang der Viehwirtschaft zurück. Die Bauern verbrachten den Winter im Tal, wanderten im Frühjahr und Herbst mit ihren Herden auf die einige hundert Meter über dem Tal liegenden Maisäßhütten und im Sommer auf die Hochalpen. Durch die moderne Landwirtschaft ist dieser Rhythmus etwas gestört und viele dieser schmucken Maisäßhütten werden jetzt auch zur Freude von jung und alt an Urlaubsfamilien vermietet. Von Montiel stiegen wir weiter auf bis etwa 1650 Meter, überquerten dann den Hüttnertobel und kamen zu den eng zusammengedrängten Hütten des Netza-Maisäß, ein weiteres Fotomotiv. Von da ab ging es steil bergab ins Tal, vorbei an einem eindrucksvollen Wasserfall. Wir waren etwa 5 bis 6 Stunden unterwegs.

Der Sonntag war voll Sonne und Wärme, sodass man nicht von einem Herbst- sondern von einem Spätsommertag sprechen konnte. Wir fuhren nach Bartholomäberg, einem der schönsten und beliebtesten Südhänge der Alpen. Von der Kirche aus stiegen wir in Richtung Monteneu auf. Immer wiederkehrende kleine Ebenen, verglichen mit Balkonen verleiteten zum Verweilen, Schauen, Fotografieren, denn die Fernsicht war einmalig: Zimba, Schesaplana, Drei Türme, Sulzfluh waren zum Greifen nahe, selbst die Silvrettaberge konnten klar erkannt werden. Das historische Bergwerk weckte ebenfalls unser Interesse. Hier wurde im Mittelalter Eisen, Kupfer, Silber in großem Stil abgebaut, die Abraumhalden und Stollen erinnern daran. Als nach der Entdeckung Amerikas diese Metalle nach Europa kamen, brach der Bergbau um 1600 zusammen. Wir setzten den Aufstieg zum Alpengasthof Rellseck fort und nach einer feuchtfröhlichen Runde erfolgte der Abstieg zum Ausgangspunkt der Tour an der sehenswerten Barockkirche in Bartholomäberg.

Die zwei Tage hinterlassen in jedem von uns einen bleibenden positiven Eindruck. Wir danken Brigitte und Wolfgang Nosse sehr herzlich, die sich jedes Jahr die Mühe machen, den Tourenabschluss zu organisieren. 

Reinhard Sendele