So viel Schnee im Sommer - Flims Laax im Juli 2016

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Die Schweiz ist ein schönes Land. Seit der Abkopplung der Währung vom Wert des Euro zwar etwas teurer aber immer noch sehr schön. Kaum ein Land ist so von den Bergen geprägt. Selbst die weltberühmte Schokolade wird auf der Verpackung mit Bergen verziert, wenn sie nicht gleich in Bergform gegossen wird. Und man kann dort definitiv gut Mountainbiken. Es herrscht üblicherweise eine sehr schöne Toleranz zwischen Bikern und Wanderern und in diese Welt wollten wir mit unseren Fahrrädern auf dieser Tour zu zweit um Flims und Laax eintauchen. Kaum angekommen werden auch schon die Bikes gesattelt und es geht los zu einer aussichtsreichen Tour zum Rand des Vorab Gletschers. Zu Beginn erst über Asphalt und später über Schotter finden wir noch schöne saftige Wiesen und Blumen und freuen uns, dass es angenehm warm ist aber nicht zu heiß.
 
Oberhalb der Alp Nagens wo die meisten Wanderer ihren Rückweg antreten frischt es merklich auf und wir sehen schon die ersten Schneefelder, die sich noch weiter oben zu einer geschlossenen Schneedecke wandeln. Laut Wetterbericht hatte es die Tage zuvor zwar geschneit, aber es war unerwartet, dass immer noch soviel liegt. Dank der Sonne und aller Kleidung die wir dabei hatten war es aber erträglich und wir sind fröhlich weitergefahren bzw. wenn fahren nicht mehr ging weitergestapft.
 
 
Ganz bis zum Gletscher sind wir dann doch nicht gekommen und auch die ursprünglich geplante Abfahrt hatte zuviel Schnee gesehen, dass wir zu einer nahegelegenen Hütte gefahren sind um uns im Windschatten eine Pause zu gönnen und uns neu zu orientieren, welchen Weg wir nehmen wollen. Doch siehe da, die Hütte war belebt. Der Besitzer Sepp war gerade damit beschäftigt sie umzubauen und hat uns prompt nach innen ins Warme zu einem Kaffee mit Schuss eingeladen und uns erzählt, dass eine Woche zuvor noch alles grün war und er heute alles erwartet hätte, aber keine Velofahrer.
 
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Aufgewärmt und mit frisch geschmiedetem Plan ging es weiter mit Hilfe von Karte, GPS und etwas Bauchgefühl wo der Weg verlaufen sollte. Passagen konnten wir fahren aber sehr oft mussten wir die Bikes wieder tragen wenn im knöcheltiefen Schnee an fahren nicht zu denken war. Dem Schnee wieder entflohen ging es auf den Runca Trail. Ein extra für Mountainbiker angelegter Trail ohne Gefahr Fußgänger zu treffen. Endlich wieder das Bike rollen lassen können und nicht mehr im Schnee stecken bleiben und so fühlten sich die Anlieger und Sprünge doppelt gut an. Im Tal ging es zurück zur Unterkunft und nach insgesamt ca. 1800 hm zum wohlverdienten Bier in der Nachmittagssonne am See vor unserem Hotel.
 
Am zweiten Tag ging es erst wieder denselben Weg Aufwärts wie am Tag zuvor nur dass wir dann Richtung Segnashütte abgebogen sind. Von dort sind wir über einen tollen Weg gefahren, der uns technisch teilweise sehr schön gefordert hat mit grobem Schotter, Absätzen und ein paar sehr schönen flowigen Passagen. Und immer wieder die tolle Aussicht. Der Weg mündete später nochmal in den unteren Teil vom Runcatrail und da wir schon wussten, was uns dort erwartet, konnten wir die Bremse öfters mal offen lassen und uns ganz dem Flow hingeben. Zum Abschluss ging es dann nochmal mit Liftunterstützung vom Crap Sogn Gion den Never End Trail über Anlieger, Sprünge und ruppige Passagen dem Tal entgegen. Aber trotz des Namens hatte auch dieser Trail leider mal ein Ende und wir haben den Nachmittag zufrieden an unserem Lieblingssee ausklingen lassen, bevor es zurück nach Friedrichshafen ging. War schon schön in der Schweiz!
 
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Text und Bilder: Peter