Jugend klettert im Donautal

 

Für die Jugend wurde am vergangenen Wochenende der Winter offiziell beendet – beladen mit großen Rucksäcken ging es zum Anklettern ins Donautal. Am Samstagmorgen fuhren wir mit dem Zug über Radolfzell und Immendingen nach Hausen i. Tal. Die Zeit unterwegs konnten wir schonmal für eine kleine Material- und Gebietskunde nutzen. So wurden Reepschnüre und Bandschlingen begutachtet, die Sache mit den Kilonewton wiederholt und über die Helmpflicht am Fels aufgeklärt. Nach der gemütlichen Zugfahrt schleppten wir unsere Rucksäcke zu unserer Unterkunft. Da das Ebinger Haus leider schon belegt war, hatten wir eine Alternative näher am Bahnhof, aber weiter weg vom Feld genommen. Nach einer kurzen Pause, in der wir unsere Rucksäcke umpackten und ein kleines Kennenlernspiel veranstalteten, machten wir uns mit Sack und Pack auf in Richtung Stuhlfels. Manch einer merkte im Aufstieg zum Übungsfels zum ersten Mal, dass der Zustieg beim Klettern eben doch auch hart sein kann.

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Am Übungsfels hängten die Jugendleiter Topropes ein, damit sich erstmal jeder mit den Gegebenheiten am Fels vertraut machen konnte – wir hatten auch einige komplette Neulinge am Fels dabei. Nachdem alle Routen mehrfach durchgeklettert waren und uns der Übungsfels langweilig wurde, wechselten wir in den Sektor Oswald, gruppenintern wegen seines Aussehens auch ‚Käsefels‘ genannt. Hier war der Fels steiler und die Routen schwerer, sodass jeder seine individuellen Grenzen im Vorstieg und Toprope testen konnte. Müde und hungrig machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft, wo wir gemeinsam das Abendessen vorbereiteten. An einer Grillstelle ganz in der Nähe der Donau gabs dann einen kleinen Contest – welches Feuer würde wohl zuerst gemüsespieß-brutzelnde Glut erzeugen? Wer gewonnen hat, ließ sich im Nachhinein nicht mehr ganz feststellen. Die einzelnen Feuer in der Grillstelle wuchsen zu einem großen zusammen, auf dem unsere Gemüse- und Käsevariationen bald fertig wurden. Obwohl es nachts noch ordentlich kalt wurde, blieben wir nach dem Löschen des Feuers noch einige Zeit stehen und bewunderten den Sternenhimmel. Zurück in unserer Unterkunft gingen die ersten ins Bett, während der Rest noch UNO spielte und sich über die Erlebnisse des Tages austauschte.

PHOTO-2019-04-08-22-50-23_2.jpgDer nächste Morgen begann mit einem Geburtstagsständchen für Jugendleiterin Hannah und einem reichhaltigen Frühstück mit Geburtstagskuchen zum Nachtisch. Nachdem sich alle frisch gemacht und ihre Rucksäcke gepackt hatten, gab es auf der Terrasse vor dem Haus noch einen Auffrischungskurs im Abseilen. Danach zog es uns abermals an den Stuhlfels. Hier teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe blieb am Übungsfels, kletterte sich warm und übte sich im Vorstieg. Die zweite Gruppe sollte am ‚Käsefels‘ das Abseilen üben. Wer sich an der kleinen Wand sicher fühlte, durfte sich am Abseilen in der über 30 m hohen Ostwand versuchen – eine ganz besondere Herausforderung für diejenigen, die noch nie abgeseilt hatten. Pünktlich zur anvisierten Abmarschzeit fing es an leicht zu tröpfeln, so nahmen wir nicht ganz so schweren Herzens Abschied vom Fels. Nach einer kurzen Umpackpause liefen wir direkt zum Bahnhof, wo unser Zug – Überraschung – Verspätung hatte. Die Verspätung vergrößerte sich auf dem Weg nach Immendingen so, dass wir den Schwarzwaldexpress nach Radolfzell nicht mehr erreichen würden. Die Jugendleiter hatten schnell einen Alternativplan am Start, mit dem wir nur 20 Minuten später als geplant angekommen wären. Doch – oh Wunder – in Immendingen wartete der Schwarzwaldexpress auf uns. Die Reise konnte also ohne weitere Umplanungen und Komplikationen nach Friedrichshafen fortgesetzt werden, wo die Eltern ihre müden, aber gut gelaunten und aufgekratzten Kinder wieder in Empfang nahmen.