Jugendleiterwochenende auf der Lindauer Hütte

IMG_3901.jpgAn der Hütte angekommen mussten wir uns zunächst zum Klettergarten durchfragen, dessen Wandfuß wegen seiner Nordausrichtung teils dick unter Schnee begraben lag. Wir fanden jedoch einige freie Einstiege und stürzten uns in griffigem Fels und perfekter Absicherung ins Klettervergnügen. Dass die Klettersaison in dieser Höhe gerade erst begonnen hat, wurde uns klar als wir feststellten, dass die Routen voller loser Steine waren, von denen auch einige den Weg zum Wandfuß fanden. Neben dem Klettern standen auch noch das Umbauen am Top und das Legen von mobilen Sicherungsmitteln auf dem Plan. Gut, dass Hannah den Nutbuster 3000 am Start hatte, mit dem alle Klemmkeile auch wieder aus ihren Ritzen befördert wurden. Gut gelaunt und voller Eindrücke liefen wir zurück zur Hütte und genossen ein grandioses Abendessen mit Spinat-Käse-Knödeln und Kaiserschmarrn. Später am Abend musste noch die Wandertour für den nächsten Tag geplant werden. Außerdem stand eine Theorieeinheit über Klettermaterial auf dem Programm. Pünktlich zur Hüttenruhe fielen dann auch dem fittesten Jugendleiter die Augen zu und wir beschlossen, es mit der Hüttengaudi gut sein zu lassen.
IMG_4005.jpgDer nächste Morgen begann mit blendendem Sonnenschein. Nach einem kleinen Frühstück wollten wir uns auf eine Rundtour über Gais- und Kreuzspitze zum Öfajoch begeben. Aufgrund der Schneelage und der Wettervorhersage hatten wir uns am Vorabend für diese eher einfache und kurze Tour entschieden. Ganz so leicht wurde es uns jedoch nicht gemacht. Auf dem Wegweiser an der Hütte war kein Wort über eines der avisierten Ziele zu finden und die Jugendreferentin hielt sich vornehm zurück mit Tips. Also musste doch die Karte gezückt und der Weg auf diese Weise ausfindig gemacht werden. Nach den Anfangsschwierigkeiten ging es dann auch zügig in Richtung Gaisspitze. Der teilweise ausgeschwemmte Weg machte den Aufstieg jedoch alles andere als leicht. Auch im Folgenden blieb das Thema Orientierung unser Kryptonit. Wettgemacht wurden alle Schwierigkeiten jedoch von der grandiosen Aussicht auf Kirchlispitzen, Schesaplana, Zimba und Schwarzhorn. Natürlich gab es auch in direkter Umgebung vieles zu entdecken: fasziniert beobachteten wir Alpensalamader und Murmeltiere. Manch einer war aufgrund der unerwarteten Schneepracht auf 2000 Metern ganz aus dem Häuschen. Gegen Mittag wurde klar, dass wir unseren ursprünglichen Zeitplan nicht würden einhalten können. Da sich bereits dunkle Wolken in allen Himmelsrichtungen zeigten beschlossen wir die Tour abzukürzen und direkt zur Hütte abzusteigen. Dort angekommen wurden die Rucksäcke noch einmal mit den deponierten Klettersachen beladen. Trotz einzelner Regentropfen kamen wir trocken ins Tal. Im Auto dauerte es dann keine zehn Minuten bis die gesamte Rückbank schlief.

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Wir blicken zurück auf ein spannendes, lehrreiches und lustiges Wochenende.