Tourenbericht Hochhäderich (26.04.2015)

"Sonntag: meist trocken und bewölkt mit vereinzelten, dafür starken Schauern". Klingt immer noch nicht perfekt, aber die Lust steigt. Wenn es nur bei einzelnen Schauern bleibt ist das ok. Wozu wurde denn sonst Regenkleidung erfunden. Mal schauen ob im Wanderführer was nettes steht.

Hafnerköpfe von Schetteregg aus. Klingt gut, aber geht bis auf 1807 m hinauf. Bei der Wetterprognose ist das doch etwas hoch. Man weiß ja nie was einen da oben erwartet und es soll ja was Gemütliches werden…

Zweite Idee: Hochhäderich von Hittsau aus. Aufstieg über die Gschwend- und Gehrenalpe, Abstieg über die Lochalpe, theoretisch… aber dazu später mehr.

Das Ziel liegt auf 1566 m, ca. 800 hm, 12 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad. Nicht zu weit von Friedrichshafen entfernt, dass bei doch richtig schlechtem Wetter und einer abgebrochenen Tour nicht zu viel Zeit verloren wäre und bietet trotzdem eine gewisse Herausforderung. Nicht viel aber gerade so, dass es interessant wird. Klingt gut, wird am Sonntag gemacht und vielleicht kommt ja noch jemand mit.

13:12 Uhr: Rundfrage auf Facebook gestellt und auf geht’s den Rucksack packen. Ein kribbelndes Gefühl in Aussicht auf die bevorstehende Tour stellt sich ein. Vorfreude!

Sonntag, 26.04.2015, 09:30 Uhr, Friedrichshafen:

Zwei weitere haben sich noch gefunden, die auch Lust und so kurzfristig Zeit hatten und zu dritt machen wir uns auf den Weg zum Ausgangspunkt in Hittisau. Der Wetterbericht ist mittlerweile unser bester Freund und sagt erst für den Abend Regen an. Beste Bedingungen also.

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Vom Dorfplatz in Hittisau aus laufen wir los, folgen am Ortsausgang noch ein paar Meter weit der Bolgenach und dann geht’s eigentlich nur noch nach Oben. Erst über saftige Frühlingswiesen, dann durch den Wald der sich weiter nach oben mehr und mehr ausdünnt geht es Bergauf. Die Sonne strahlt uns an und bildet einen Kontrast zu den letzten Schneeflächen, die uns begrüßen je weiter wir nach oben kommen. Ab der Gehrenalpe ist sogar der Weg selbst noch so weit vom Schnee bedeckt, dass es schon schwieriger wird der eigentlichen Route zu folgen.

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Mit dem ein oder anderen kleinen Umweg schaffen wir es aber insgesamt mit kurzem Check der Karte und kurzen "Beratungsterminen" doch weiter auf Kurs zu bleiben und stehen letztendlich am Gipfelkreuz. Das Gipfelbuch verrät uns sogar, dass wir an dem Tag nicht mal die ersten oben waren. Und es hat sich definitiv gelohnt auf die Tour zu gehen. Die Sicht ist sogar so gut, dass wir bis zum Bodensee blicken können.

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Nach einer doch recht langen Pause – das Wetter drängte es ja im Prinzip auf – sind wir die ersten Meter vom Abstieg auf demselben Weg wie für den Aufstieg gelaufen und wollten dann Richtung Lochalpe abbiegen. Wir fanden auch ein Schild, das uns hätte den Weg zeigen können. Genau an der Stelle lag aber noch so viel Schnee, dass der Weg nicht eindeutig zu finden war und außer als auf dem Hauptweg waren auch keine Spuren zu finden, dass man sich daran hätte orientieren können. Klar, man soll sich ja grundsätzlich nicht auf Fremde Spuren verlassen, aber hey… so als Hinweis wären sie nicht schlecht gewesen.

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Also folgten wir dem Karrenweg und nach Querung der letzten Schneereste vom dortigen Skigebiet standen wir wieder an der Gehrenalpe und vor der Erkenntnis, dass unter der Schneedecke weiter oben doch ein Weg weiter geführt hätte zur Lochalpe. Egal! Über das Schneefeld zu gehen, eigentlich sind mehr gehüpft, hat tierischen Spaß bereitet und wir waren ja nicht darauf angewiesen den ursprünglich geplanten Weg zu gehen. Also ging es auf bekannten Pfaden zurück nach Hittisau wo es nach Abschluss der Tour vor der Heimfahrt noch das ein oder andere gute Getränk im Sonnenschein gab. Alles in allem ein toller Tag und auch toll, dass es funktioniert hat über unsere Facebook-Gruppe spontan noch Teilnehmer zu finden. Spontane Touren können sich echt lohnen!

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