Skitouren in der hohen Tatra vom 19.-25.03.2017

Einziger Programmpunkt am ersten Tag war der Zustieg zu dem Hotel das uns als Basis in den ersten drei Tagen dienen sollte. Das Horský Hotel liegt am Popradské See auf 1495Hm. Der Zustieg ist mit ca. 260 Hm Anstieg und ca. 160 Hm Abfahrt keine große Herausforderung, allerdings galt es den Gesamten Rucksack für drei Tage zu packen und mitzunehmen.

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Die Gruppe beim Aufbruch vom Parkplatz

Für die Nacht war Regen und Schneefall vorhergesagt, so dass erst am Montagmorgen entschieden werden konnte ob und wenn ja in welchem Umfang eine Tour möglich war. 

Umso erfreulicher war es, als am Montagmorgen mit der Ankunft unseres zweiten Guides Jury, das Wetter etwas besser wurde und wir zumindest eine kleine Tour zu einem Sattel in der Nähe unternehmen konnten. 

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Tour erster Tag

Davon, dass es an dem Tag in der hohen Tatra, nach dem Schneefall, nicht ganz ungefährlich war konnten wir uns kurz vom Sattel selbst überzeugen. Kurz vorm Erreichen des 

Sattels löste sich eine kleine Lawine und zog unseren Guide mehrere Meter mit.

Mit diesem eindrücklichen Erlebnis, das Gott sei Dank, ohne Ausfälle ablief sind wir dann nach ca. 750Hm und ca. 5 km wieder zurück zu unserem Hotel abgefahren und haben den Tag bei einem Bier ausklingen lassen.

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gemütliche Runde

Für den Dienstag stand dann, dank sicherer Verhältnisse und einer besseren Wetterlage, der Grenzberg (Polen – Slowakei) Rysi auf dem Programm. Während der Tour musste eine Engstelle (Wasserfall) mit Steigeisen begangen werden. Da die Stelle aber zusätzlich mit Fixseilen abgesichert ist, war auch das für alle Teilnehmer kein Problem. Kurz nach der Engstelle kamen wir an der, nur im Sommer bewirtschafteten, Rysi Hütte vorbei und ließen uns dort unsere mitgebrachten Brote schmecken.

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Bruno im Aufstieg am Eisfall

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Ankunft am Zwischenziel , Rysi Hütte


Von dort aus machten wir uns auf zum finalen Gipfelanstieg. Nach einem kurzen Steilstück errichteten wir ein Ski Depot unterhalb des Gipfel und hier wurden die mitgenommen Steigeisen noch einmal kurz angelegt um den Weg zum Gipfel ohne Skier zu gehen. Zwar reichte es nur zum Vorgipfel weil die Bedingungen einfach zu unsicher waren (und Keiner nach der Erfahrung vom Vortag unnötige Risiken eingehen wollte), aber es war auch von dort eine herrliche Aussicht auf die umgebenden steile Berge und deren Gipfel. 

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Rysi Vorgipfel


Der Höhepunkt des Tages war dann die Holzfass Sauna am Abend in der es sich herrlich ausspannen ließ.

Für Mittwoch war dann leider wieder warmes und regnerisches Wetter vorhergesagt, so dass die eigentlich geplante Tour kurzfristig um geplant werden musste. Statt den Koncista zu besteigen sind wir zurück nach Štrbské Pleso zu den Autos gegangen und haben von dort aus, als ersichtlich war, dass es doch nicht regnen würde, ein kurze, aber sehr schöne Tour zu einem Wasserfall in der Nähe gemacht. Im Anschluss daran stand noch der „Umzug“ in die ca. 15 km entfernte Bilikova Chata an.
Die Bilikova Hütte liegt am Ende einer Standseilbahn, die leider nicht in Betrieb war, so dass wir das Gepäck mit dem Auto hochfahren mussten und einige von uns die ca. 350 Hm zur Hütte noch zu Fuß zurücklegen mussten.

Am Donnerstag startete dann unsere längste Tour direkt von der Hütte weg. Mit ca. 10km (einfacher  Weg) durch das lange kalte Tal endete diese nach 1250Hm auf dem Svistovy stit.  Nicht ohne, dass wir bei der Zbojnicka Hütte noch eine kurze Rast eingelegt hatten und uns kräftig für den letzten Anstieg auf den Svistovy stit gestärkt hätten.

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Abmarsch von der Zbojnicka Hütte

Unglücklicherweise zerlegte sich die Tourenbindung eines Teilnehmers während des Aufstieges kurz unterhalb des Gipfels. Für die anschließende, 10km lange, Abfahrt ließ sich die Bindung glücklicher Weise mit Draht soweit flicken, dass das Abfahren, wenn auch mit Bangen und Zittern ob der Haltbarkeit des Drahtes, möglich war.

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Gipfel Foto

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mit Draht geflickte Marker KingPin13

Letzter Tourentag Freitag. Nachdem am Vortag die Skibindung bei einem der Teilnehmer das „zeitliche gesegnet hatte“ machten sich am letzten Tourentag die verbliebenen Teilnehmer auf in das „kleine kalte Tal“. Ziel war eine Rinne um über diese aufzusteigen und durch das „lange kalte Tal“ vom Vortag abzufahren. Alternativ konnte allerdings auch nur der Aufstieg bis zur letzten Hütte im kleinen kalten Tal durchgeführt werden, mit anschließender Abfahrt durchs kleine kalte Tal. Und so kam es, dass zwei aus der Gruppe, zusammen mit einem Guide, ein letztes Mal die Steigeisen anzogen und die Rinne hinaufkletterten, während der Rest der Gruppe mit dem zweiten Guide zurück über die Aufstiegsroute zur Chata Bilikova fuhren. Abends traf man sich dann wieder gemeinsam in der sehr gemütlichen Bilikova Chata.

Ausgeklungen ist die Tourenwoche dann mit einem gemeinsamen Abendessen, an dessen Ende jeder Teilnehmer noch ein kleines Erinnerungsgeschenkt an diese Tourenwoche in der hohen Tatra von unseren beiden Guides bekam.

Zurückblickend lässt sich sagen, dass auch wenn das Wetter nicht immer die besten Voraussetzungen bot und die Schneeverhältnisse eher einer Frühjahrestour entsprachen als dem erwarteten Powder Erlebnis, das Skitouren gehen in der hohen Tatra hat seine eigenen Reize und die hohe Tatra ist ein Gebiet in dem für jeden Skitourengeher schöne und anspruchsvolle Touren warten.

Teilnehmer: Jörg Zielke, Angelika Couturier, Almut Köster, Bruno Walter, Stefan Ring, Michael Abler, Marco Unser