Einsame Gipfel beim Skitourenwochenende San Bernardino – geht denn das?


Zu unserer Unterkunft am San Bernardinopass, dem legendären Hostaria Genziana, war es nicht mehr weit und schon bald wurde in bekannter Manier Gang um Gang zum sattessen aufgetragen. Großes Hallo auch, als wir Konstanzer DAV-Freunde trafen, die dort mit einer 17 köpfigen Gruppe auf Sektionstour war. Zum Glück waren die Merlots, Fendants und lokalen Nussschnäpse für schweizer Verhältnisse mehr als billig …

So ausgestattet mit guter Bettschwere störte dann auch kein Schnarchen oder Quietschen der Stahlrohrbettgestelle. Tags darauf starteten wir unmittelbar in San Bernardino mit dem Ziel Piz de la Lumbreida. Auch hier nur wenige Leute, die spätestens im Val Vignun, einem wildromantischen Seenhochtal, zum Ucello abbogen. Wir hingegen scheuen das lange Auf und Ab durch das Hochtal nicht und kreisen  ‚unseren‘ Fast-3000er (2.983 m) von hinten ein.

Der eigentliche Anstieg ist ohne Spur wird dann auch zusehends alpiner. Zu guter Letzt müssen doch noch die Steigeisen raus, um die letzten steilen 50 Höhenmeter zu bewältigen. Das Gipfelpanorama entschädigt jede Müh mit fantastischem Blick über den Alpenhauptkamm von Monte Rosa bis Ortler.

Leider trübt zwischenzeitlich aufgezogene Hochbewölkung den Abfahrtsgenuß (der auch mit Sicht nur unwesentlich besser gewesen wäre). Aber es war die Schönheit und Einsamkeit dieses Berges und nicht die Abfahrt, die heute zählten.
Und da wegen der Schneelage an die verwegene Nordabfahrt nicht einmal zu denken war, haben wir bereits einen Grund zum Wiederkommen ;-)

Bericht: Christian Ritter
Bilder: Rald Lebedeff